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CSI-Kinderprojekt Ägypten

Geographische Angaben

Fläche

1'002'000 km²
24 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

65,2 Mio
9 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

65 Einwohner/km²
2 mal kleiner als in der Schweiz (177)

Bruttosozialprodukt

1'836 SFR
25 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Kopten

  9.2%

Muslime

90%

Sonstige

  0.8%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Teilweise schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

CSI-Kinderprojekt Ägypten 

Land-Info 

Zukunft für Kinder

Das Projekt

Ägypten - viele Menschen denken bei diesem Wort vor allem an Pyramiden, Kamele und Ferien. Die existenzielle Not der ländlichen Bevölkerung bleibt dagegen weitgehend unbeachtet. Insbesondere die koptisch-christliche Minderheit leidet stark unter Armut, da sie oft von anderen Hilfsprojekten ausgeschlossen wird. Deshalb unterstützt CSI im Distrikt Beni Souef die ganzheitliche Entwicklung von Dörfern, die mehrheitlich von koptischen Christen bewohnt sind. Ziel ist, die Lebensbedingungen für Kinder und Familien nachhaltig zu verbessern.

Lesen und Rechnen eröffnen neue Welten CSI  

CSI unterstützt die Bevölkerung koptischer Dörfer durch

Vorschule und Förderschule für benachteiligte Kinder

Schulmaterial für die Kinder

Kinder-Gesprächsforum zur Meinungsbildung

Alphabetisierungskurse für Erwachsene

Ernährungs-, Hygiene- und Erste-Hilfe-Kurse für Eltern

Landwirtschafts- und Kleintierzuchtkurse

Wasser- und Stromanschlüsse in Wohnhäusern

Starthilfe für Kleinprojekte wie Tierzucht, Handel, Landwirtschaft

Sensibilisierungskampagnen gegen gesundheitsschädliche Praktiken wie Mädchenbeschneidung und Verheiratung im Kindesalter

Dank des ganzheitlichen Ansatzes der Projekte haben sich die beiden Dörfer Beni Khalil und Beni Bakheet sehr positiv entwickelt. Aufbauend auf diesem Erfolg hat CSI deshalb in fünf weiteren Dörfern Projekte initiiert. Mit dem Aufbau von Vorschulen und Kurszentren soll eine ebenso bedeutende und nachhaltige Entwicklung ermöglicht werden.

CSI finanziert ausserdem das Ausbildungszentrum für die Leiterinnen dieser Dorfprojekte. Fähige und motivierte Ägypterinnen werden dort in zentralen Fachbereichen ausgebildet. Ihr erworbenes Wissen geben sie anschliessend an die Dorfbewohner weiter.

Projektleiterin ist die koptische Schwester Agapie. Ihre Kompetenz, die langjährige Erfahrung und ihr Enthusiasmus sind ein wichtiger Grund für den Erfolg dieses Projekts.

„Jetzt koche ich gesund für meine Kinder“ –
zum Beispiel Se’ada

Se’ada (29) hatte nie eine Schule besucht und konnte nicht lesen. Sie heiratete bereits mit 16 Jahren. Ein Jahr später kam ihr erstes Kind zur Welt. Ihr Ehemann verdiente auf den Feldern fremder Leute einen mageren Lohn, der niemals den ganzen Unterhalt deckte. Se’ada hatte keine Zukunftsperspektive und war deprimiert. Sie wusste, dass sie nie in der Lage sein würde, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Dank dem Engagement von CSI in ihrem Dorf hat sich jedoch das Leben dieser ungebildeten, aber sehr weisen und fleissigen Frau und ihrer Kinder radikal verändert. Se’ada erzählt glücklich: „Heute koche ich für meine sechs Kinder gesunde Mahlzeiten!“
Se’ada ist eine der engagiertesten Frauen in Beni Khalil. Als sie in Alphabetisierungs-Kursen lesen lernte, eröffnete sich ihr eine ganz neue Welt. Se’ada besuchte später Hygiene- und Gesundheitskurse und wurde zu einer lokalen Leiterin ausgebildet. Zuhause setzte sie das Gelernte sofort in die Praxis um. Sie renovierte ihr Haus und verbannte dadurch lebensbedrohendes Ungeziefer und Schlangen. Als Anerkennung erhielt Se’ada durch das Projekt zwei Ziegen, die sie erfolgreich aufzieht und vermarktet. Inzwischen züchtet sie auch Truten und Enten und bereichert so das Essen ihrer Kinder.

Se’adas belebter Alltag CSI  

Heute ist Se’ada eine respektierte Leiterin. An Mädchen- und Frauentreffs lehrt und motiviert sie ihre eigenen Leute, die Lebensbedingungen zu verbessern. Se’ada wurde in den Kursen auch über die grausamen und gefährlichen Konsequenzen der traditionellen Mädchenbeschneidung (Genitalverstümmelung) aufgeklärt. Se’adas älteste Tochter wurde noch beschnitten. Heute jedoch kämpft Se’ada erfolgreich dafür, dass diese menschenunwürdige Tradition nie mehr in ihrem Dorf praktiziert wird.

Se’ada ist ein lebhaftes und ermutigendes Beispiel dafür, was das CSI-Entwicklungsprogramm in Beni Khalil bewirkt hat.

Rückblick

Seit dem Jahr 2000 fördert CSI die beiden Dörfer Beni Khalil und Beni Bakheet durch Entwicklungsprojekte. Es wurden gezielt alle sozialen Gruppierungen (Kinder, Jugendliche, Mütter, Väter) in spezifischen Bereichen wie Schule, Alphabetisierung, Gesundheit und Landwirtschaft gefördert. Die Lebensbedingungen für die Bevölkerung, insbesondere für die Kinder, haben sich dadurch enorm verbessert.

Ergebnisse 2007

60 Kinder besuchten die Vorschule.

26 Mädchen besuchten die Förderschule.

80 Kinder erhielten Schulmaterial.

15 Mädchen und 12 Knaben nahmen am Gesprächsforum
für Kinder teil.

250 Frauen und Männer schlossen den
Alphabetisierungskurs erfolgreich ab.

40 Frauen nahmen an Ernährungskursen für ihre Babys teil.

15 Kleintierzüchter erhielten insgesamt 30 Ziegen.

Der besondere Erfolg

In Beni Khalil ist die Mädchenbeschneidung vor kurzem abgeschafft worden. Dies war möglich, weil alle sozialen Schichten von den Nachteilen dieser schädlichen Tradition überzeugt werden konnten.

Ausblick

CSI möchte noch mehr Kindern in der Region Beni Souef bessere Lebensbedingungen verschaffen. Deshalb unterstützt CSI den Aufbau von Vorschulen und Kurszentren in fünf zusätzlichen Dörfern.

Zudem finanziert CSI den Aufbau eines Ausbildungszentrums innerhalb der koptischen Kirche. Teilnehmerinnen sind begabte und motivierte junge Frauen, die auf Grund der subtilen Ausgrenzung der Christen in Ägypten sehr schlechte Erwerbschancen haben. Diese Frauen geben ihr Wissen in den Vorschulen und Kurszentren der Dörfer weiter.

CSI ist überzeugt, dass sich die Dörfer dank des ganzheitlichen Ansatzes der Projekte nachhaltig positiv entwickeln und die Bevölkerung Eigeninitiative zur Selbsthilfe gewinnt.

Leitmotiv

Sr. Agapie: “Wir wollen sozial Ausgegrenzten eine bessere Zukunft ermöglichen.“

Länder-Info

In Ägypten leben 44% der Bevölkerung mit weniger als 2 US$ pro Tag.

Die Bevölkerung wohnt dicht
gedrängt entlang des Nils und im Nildelta. Nur gerade 3% der
Fläche Ägyptens kann für die Landwirtschaft genutzt werden. Der grösste Teil des Landes ist Wüste.

Das einst christliche Land wurde im 7. Jahrhundert islamisiert. Heute leiden grosse Teile der christlichen Bevölkerung (10%) unter Repressionen. Diese reichen von subtiler Ausgrenzung bis hin zu gewalttätigen Angriffen.

Seit 1981 regiert Präsident Hosni Mubarak das Land. Radikale islamische Gruppierungen wie die Muslim-Bruderschaft sind zwar offiziell verboten, breiten sich aber zunehmend aus.


Demographie (im Vergleich mit der Schweiz)


Fläche 1’001’450 km2 (ca. 24 x Fläche der Schweiz)
Bevölkerung 75 Mio (CH 7,5 Mio)
Bevölkerung unter 15 Jahren 33% (CH 17%)
Analphabeten 29% (CH 0%)
Sterblichkeitsrate unter 5 Jahren 3,3% (CH 0,5%)
Religion 90% Muslime, 9% Kopten, 1% andere Christen
Nationalfeiertag 23. Juli (Revolutionstag 1952)



Unser Partner in Ägypten

 
Projektleiterin: Sr. Agapie

CSI-Projektaufwand pro Jahr CHF 95’000.–




Ihr Partner in der Schweiz


Koordinatorin: Esther Schaad

 esther.schaad@csi-schweiz.ch 



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