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Welchen Eindruck hast du von Indien erhalten?
Sowohl in Delhi als auch im Bundesstaat Orissa (neu Odisha) herrscht extreme Armut. Was mich sehr beschäftigt, ist, wie eine Regierung fähig ist, ihr eigenes Volk in so viel Schmutz und den eigenen Fäkalien leben zu lassen.
Du sprichst von der grossen Not in Indien. Ist es in anderen CSI-Projektländern nicht ebenso, zum Beispiel in den peruanischen Slums?
Dort ist die Not schon auch gross, aber Indien ist bis jetzt das Schlimmste, was ich gesehen habe. – Welche Not ist grösser? In Indien im Schmutz leben oder in einem europäischen Land kaum Geld haben für die Ausbildung, die man aber braucht, um überhaupt überleben zu können? Man kann es nicht vergleichen. Jede Not ist in sich schlimm genug.
Was hat dich auf der Reise besonders gefreut?
Sehr schön waren die Begegnungen mit den Leuten in den Dörfern. Zunächst sind sie schüchtern. Doch es ist wunderbar, wenn man – auch ohne Worte – Kontakt aufbaut. Es kommt einem eine enorme Dankbarkeit entgegen. Das zu erleben ist ein Geschenk und motiviert mich sehr, weiterzumachen.
Ihr wart positiv überrascht, wie weit der Wiederaufbau der Häuser fortgeschritten ist. Wir konnten dazu beitragen. Welche Aufgaben wird CSI künftig in Indien haben?
Das müssen wir in den folgenden Monaten abklären. Wir unterstützen weiterhin die Kinder, damit sie in die Schule gehen können. Dann sollten wir die Rechtshilfe für Opfer der Gewalt ausbauen. Wir könnten auch in der Traumaverarbeitung aktiv werden. Aber es wird dort nach wie vor extrem arme Leute geben und wir müssen sehen, wie wir damit umgehen. |
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