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Indien

Geographische Angaben

Fläche

3'287'263 km²
80 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

1'032,4 Mio
141 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

314 Einwohner/km²
(Schweiz: 177)

Bruttosozialprodukt

552 SFR
83 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  2.4%

Muslime

11%

Hindus

80.3%

Sonstige

  6.3%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Indien 

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Ein Land extremer Armut


Sonntag, 22. Januar 2012

«Man spürt bei den Menschen eine enorme Dankbarkeit», erzählt Inés Wertgen. Sie hat das Indien-Projekt von CSI auf Anfang 2012 übernommen.

Neben der zerstörten Kirche (links) wird die neue aufgebaut CSI  

Grosses Gedränge auf einer Strasse in Delhi CSI  

ah. Als im August 2008 Hindu-Extremisten Christen in den Dörfern Khandamals (Bundesstaat Orissa/Odisha) überfielen und 54’000 Menschen heimatlos wurden, war CSI von der Not in Indien besonders berührt. Wir begannen, Kontakte nach Indien zu knüpfen. Knapp zwei Jahre nach den brutalen Überfällen reiste CSI ein erstes Mal nach Khandamal. In Zusammenarbeit mit lokalen Kirchenvertretern versuchten wir, so vielen Menschen wie möglich zu helfen.

U. Haldemann und I. Wertgen wurden herzlich begrüsst CSI  

Auf der Reise im Dezember 2011 waren Inés Wertgen und Ueli Haldemann positiv überrascht: Der Wiederaufbau der Häuser könnte schon 2012 weitgehend abgeschlossen sein.

Die Einführung von Inés Wertgen als neue Projektleiterin verlief sehr gut. «Die Leute freuen sich, dass unser Engagement weitergeht, und haben Inés Wertgen sehr gut aufgenommen», sagte der frühere Projektleiter Ueli Haldemann nach der Rückkehr.

«Extreme Dankbarkeit» in grosser Armut

Die Eltern von fünf Kindern vor ihrem neu erbauten Haus CSI  

Inés Wertgen ist neu für Projekte in sechs Ländern auf vier Kontinenten verantwortlich. Die Projekte in Rumänien, Lettland, Ägypten, Nicaragua und Peru betreut sie schon seit mehreren Jahren. Das Indienprojekt hat sie auf Anfang Jahr 2012 übernommen.


Inés, du hast im Dezember 2011 das Indienprojekt kennen gelernt. Was kommt auf dich zu?

Es war eine sehr interessante Reise, ich habe sehr viel Neues gesehen. Das Projekt läuft erst seit einigen Monaten und unsere Einsatzmöglichkeiten sind noch nicht definitiv festgelegt. Es wird sicher eine meiner grössten Herausforderungen sein, dass dieses Projekt in guten Bahnen weitergeht.

Welchen Eindruck hast du von Indien erhalten?

Sowohl in Delhi als auch im Bundesstaat Orissa (neu Odisha) herrscht extreme Armut. Was mich sehr beschäftigt, ist, wie eine Regierung fähig ist, ihr eigenes Volk in so viel Schmutz und den eigenen Fäkalien leben zu lassen.


Du sprichst von der grossen Not in Indien. Ist es in anderen CSI-Projektländern nicht ebenso, zum Beispiel in den peruanischen Slums?

Dort ist die Not schon auch gross, aber Indien ist bis jetzt das Schlimmste, was ich gesehen habe. – Welche Not ist grösser? In Indien im Schmutz leben oder in einem europäischen Land kaum Geld haben für die Ausbildung, die man aber braucht, um überhaupt überleben zu können? Man kann es nicht vergleichen. Jede Not ist in sich schlimm genug.


Was hat dich auf der Reise besonders gefreut?

Sehr schön waren die Begegnungen mit den Leuten in den Dörfern. Zunächst sind sie schüchtern. Doch es ist wunderbar, wenn man – auch ohne Worte – Kontakt aufbaut. Es kommt einem eine enorme Dankbarkeit entgegen. Das zu erleben ist ein Geschenk und motiviert mich sehr, weiterzumachen.


Ihr wart positiv überrascht, wie weit der Wiederaufbau der Häuser fortgeschritten ist. Wir konnten dazu beitragen. Welche Aufgaben wird CSI künftig in Indien haben?

Das müssen wir in den folgenden Monaten abklären. Wir unterstützen weiterhin die Kinder, damit sie in die Schule gehen können. Dann sollten wir die Rechtshilfe für Opfer der Gewalt ausbauen. Wir könnten auch in der Traumaverarbeitung aktiv werden. Aber es wird dort nach wie vor extrem arme Leute geben und wir müssen sehen, wie wir damit umgehen.

Politisches Engagement in Indien  


Reise nach Indien

Hauptschwerpunkte der Indienreise waren die Projektübergabe an Inés Wertgen sowie die Kontrolle und Weiterentwicklung des Projekts. In Delhi führte das CSI-Team Gespräche mit Projektpartnern und Kirchenvertretern. In Khandamal erhielt es Einblick in die Fortschritte des Projekts und besuchte Opfer der Gewaltattacken vom August 2008, denen wir helfen.


Dank an Ueli Haldemann


Ende 2011 gab es eine Änderung in unserem Leitungs-Team: Ueli Haldemann hat uns verlassen, um nach neuen Herausforderungen zu suchen. Ueli Haldemann stiess Ende 2007 zu uns. Bis 2010 war er für die Öffentlichkeitsarbeit von CSI zuständig. Er war federführend bei unseren beiden grossen Kundgebungen in Bern von 2008 und 2010. Als im Rahmen interner Umstrukturierungen die Öffentlichkeitsarbeit mit der Geschäftsführung zusammengelegt wurde, übernahm Ueli Haldemann 2010 die Leitung der Kinderprojekte. Er engagierte sich besonders beim Aufbau unseres neuen Projekts in Indien und durch Reisen nach Nigeria. Wir bedauern seinen Weggang und wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg alles Gute und Gottes Segen.

Nachfolgerin Inés Wertgen

Die Verantwortung für die bisher von Ueli Haldemann betreuten Projekte wird neu von Inés Wertgen übernommen. Sie ist seit 2009 bei CSI in diesem Bereich tätig und bringt daher bereits vertiefte Kenntnisse der Projekte mit. Mit ihrem guten Einfühlungsvermögen und ihrem pragmatisch-kritischen Denken wird sie von den Projektpartnern vor Ort schon lange geschätzt. Wir freuen uns, dass wir mit ihr eine gute und engagierte Nachfolgerin für diese wertvollen Projekte gefunden haben.


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