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Indien

Geographische Angaben

Fläche

3'287'263 km²
80 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

1'032,4 Mio
141 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

314 Einwohner/km²
(Schweiz: 177)

Bruttosozialprodukt

552 SFR
83 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  2.4%

Muslime

11%

Hindus

80.3%

Sonstige

  6.3%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Indien 

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Langes Warten auf Gerechtigkeit


Mittwoch, 19. Oktober 2011

Viele vertriebene Christen in Indien warten noch immer auf Gerechtigkeit. Sie haben alleine nicht die Kraft, für ihre Rechte zu kämpfen.

Abel Naik CSI  

uh. Abel Naik wuchs als einfacher Landarbeiter im Dorf Murgiguda (Orissa) auf. Sein ganzes Leben verbrachte er hier und war glücklich. Mit ihm lebten weitere 43 christliche Familien in Murgiguda. Am 29. August 2008 attackierte ein aggressiver Mob fundamentalistischer Hindus sein Dorf und brannte alle 43 Häuser der christlichen Familien nieder. Diese mussten um ihr Leben rennen und sich zwei Tage lang in den nahe gelegenen Hügeln verstecken. Abel stürzte während der Flucht und brach sich ein Bein. Nur mit sehr viel Mühe und extremen Schmerzen gelang es der Familie nach mehreren Tagen, sich nach Tikaballi durchzuschlagen. Dort war inzwischen notfallmässig ein Flüchtlingscamp eingerichtet worden.

Endstation Slum?

Abels Familie bekommt Hilfe von CSI CSI  

Abel und seine Familie konnten nicht mehr in ihr Dorf zurückzukehren. Nach einigen Monaten im Flüchtlingscamp erhielt die Familie die Gelegenheit, in die Hauptstadt (des Bundesstaats Orissa) Bhubaneswar aufzubrechen. Ohne Hab und Gut und ohne irgendwelche Hilfe mussten sie sich in einem Slum von Bhubaneswar einen Unterschlupf einrichten. Heute lebt die ganze Familie in einer einfachen Hütte. Als Tagelöhner können sie sich einigermassen über Wasser halten.

Abels Geschichte ist nur ein Beispiel von tausend ähnlichen Begebenheiten, wie sie verfolgte Christen in Indien bis heute erleben. Wird Abel jemals wieder in sein Dorf zurückkehren können? Wird er sein Haus und sein Grundstück je zurückerhalten? Wird ihm irgendwann Gerechtigkeit widerfahren? Niemand wagt dazu eine Prognose.

Abel ist heute 60 Jahre alt, verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Mit grosser Freude und Dankbarkeit nahm er die praktische Hilfe von CSI entgegen. Die erhaltenen Lebensmittel und neuen Kleider geben ihm und seiner Familie wenigstens vorübergehend etwas Ruhe und Hoffnung. Dass Christen aus solcher Ferne sich des Schicksals seiner Familie annehmen, hat ihn zutiefst berührt und ermutigt.

In der Not allein gelassen

Von den Behörden werden die Christen weitgehend im Stich gelassen. Obwohl in der Verfassung Demokratie, Religionsfreiheit und der Schutz von Minderheiten garantiert sind, gibt es in der lokalen Umsetzung gravierende Mängel. Politiker sind so stark mit den Macht- und Wirtschaftszentren beschäftigt, dass kaum jemand grosses Interesse zeigt, sich ernsthaft für die Rechte der Minderheiten einzusetzen.

Erschwert wird das Ganze durch Korruption und Personalmangel in armen und ländlichen Gegenden. Selbst wenn zum Beispiel in einem Dorf zwei Polizisten anwesend sind, können sie gegen einen aggressiven Mob von 100 Personen gar nichts ausrichten. So werden Verbrechen an Christen nur in seltenen Fällen geahndet und sehr vielen Familien wird wohl nie Gerechtigkeit widerfahren.

Hilfe von Kirchen und CSI

Dank dem immensen Einsatz ihrer Kirchen und der Unterstützung durch CSI schöpfen die vertriebenen Christen neue Hoffnung. Von der Regierung erhalten sie für ihr zerstörtes Haus nur eine mickrige Entschädigung. Ohne die praktische Hilfe der Kirchen könnten diese Christen kaum überleben. CSI steuert Nothilfe für den täglichen Bedarf bei. Wir unterstützen Familien, damit die Kinder wieder zur Schule gehen können, und finanzieren den Wiederaufbau zerstörter Häuser.

CSI-Präsident H. Meier vor Anwälten CSI  

Neben der Nothilfe engagieren wir uns in einem weiteren wichtigen Bereich: der Rechtshilfe. Einerseits darf das Unrecht nicht ungesühnt bleiben. Andererseits sollen die Opfer auch Schadenersatz erhalten. Wir wollen, dass sich mehr kompetente Anwälte für die Rechte dieser Verfolgten einsetzen. Mit starker Stimme soll Druck auf die Regierung ausgeübt werden: Die Behörden des Bundesstaats sollen endlich aktiv werden.

Ende April hatte unser Internationaler Präsident Herbert Meier die Gelegenheit, verschiedene Anwälte, Menschenrechtsexperten und leitende Persönlichkeiten in Bangalore zu gemeinsamem Handeln zu motivieren. Die vertriebenen Christen brauchen unsere Stimme, die sich für sie stark macht.


 

Orissa/Indien: Hilfe für vergessene Flüchtlinge

Fr. 

30.–

Ein Monat Reis und Linsen für eine Familie

Fr. 

80.–

Familienpaket mit Kleidern und Lebensmittel für Zurückgekehrte

Fr. 

200.–

Baumaterial für den Wiederaufbau der zerstörten Häuser

per Einzahlungsschein oder online



Verantwortlicher Umgang mit Spendengeldern  


Bitte tragen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel ein!

Kommentieren  

Christian Franke

Samstag
12. November 2011
19:05

ich finde es sehr gut, dass sie diese arbeit

im indischen bundesstaat orissa fördern!! habe am letzten mittwoch (09.11.11), bereits

dieses projekt finanziell unterstützt!!

Mit freundlichen Grüssen

aus Amriswil von Ihrem

Christian Franke

Arbonerstrasse 17

8580 Amriswil

Anmerkung
der Redaktion

Adrian Hartmann

Montag
14. November 2011
9:11

@Christian Franke: Das ist sehr nett. Im Namen der Hilfsempfänger vielen Dank!


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