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CSI-Kinderprojekt Lettland

Geographische Angaben

Fläche

64'589 km²
(Schweiz: 41'293 km²)

Einwohner

2,4 Mio
3 mal weniger als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

37 Einwohner/km²
4 mal kleiner als in der Schweiz (177)

Bruttosozialprodukt

3'876 SFR
12 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Christen

89%

     Katholiken

24%

     Protestanten

55%

     Orthodoxe

10%

Sonstige

11%

CSI-Kinderprojekt Lettland 

Land-Info 

Nothilfe für Grossfamilien

Das Projekt

Viele Grossfamilien in Lettland leben unverschuldet in extremer materieller Armut. Es fehlt an allem: Essen, Kleidern, Schulmaterial und Heizmaterial. Grossfamilien mit bis zu 13 Kindern leben zusammengepfercht in heruntergekommenen Häusern und Wohnungen. Oft müssen sich mehrere Personen ein Bett teilen.

Verarmte Grossfamilien leben in solchen “Bruchbuden”. CSI  

Wer nicht genug Geld hat, um in Riga zu leben, muss in die vom Staat vernachlässigten ländlichen Gebiete ziehen. So leben viele Grossfamilien isoliert auf abgeschiedenen, verfallenen Höfen. Arbeitsstellen sind dort rar, und ein funktionsfähiges soziales Netz gibt es nicht. Der Weg in die Stadt ist zu weit, und das Land ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kaum erschlossen.

Das politische und gesellschaftliche Interesse, Menschen in Not wahrzunehmen und ihnen zu helfen, ist gering. Deshalb unterstützt CSI in Lettland in Not geratene Grossfamilien mit materieller Hilfe:

Lebensmittel
Kleider/Schuhe
Schulmaterial
Mittagessen in der Schule
Zahnreparatur
Heizmaterial
Waschmaschine
Reparatur der Wohnung

Der Bedarf der Familien wird individuell abgeklärt, und sie erhalten Hilfe, die es ihnen ermöglicht, wieder aus eigener Kraft Wege aus ihrer hoffnungslosen Situation zu finden.

Darüber hinaus erfahren die oft ausgegrenzten Familien, dass sie trotz Armut wertvoll sind. Die Ermutigung und Beratung, die sie durch die persönliche Betreuung

erfahren, ist für sie entscheidend, sich selber und ihre Kinder nicht aufzugeben.

Projektpartner ist die Mission Pakapieni. Das Engagement der Projektleiter Dana und William Shultz ist kompetent und herzlich. Sie stehen den Familien bei und geben die Liebe Gottes weiter. Wo immer möglich arbeiten sie mit staatlichen Sozialämtern und Kirchen zusammen.

Gleichzeitig wollen sie, dass zum einen auf politischer Ebene Gesetze und Strukturen geschaffen werden und zum anderen die gesellschaftliche Solidarität wächst,
damit Grossfamilien die nötigen Lebensgrundlagen haben.

Im sechsten Monat schwanger und abgeschoben –
zum Beispiel Ilona

Die im sechsten Monat schwangere Ilona, 30, zeigt auf das Fenster mit den Ritzen. Manchmal zieht es so stark, dass die Vorhänge im Wind wehen. Seit zwei Wochen wohnt sie mit ihren drei Kindern, Jogita, 8, Sergejs, 4 und Rainers, 11/2 in zwei Räumen eines heruntergekommenen und abgelegenen Ökonomie-Gebäudes. Das Sozialamt gab es ihr für fünf Jahre.

Ilona mit Jogita, Rainers und Sergejs erhalten Lebensmittel von CSI. CSI  

Aus der alten Wohnung musste sie ausziehen. In ihrer Verzweiflung schrieb sie an die Mission Pakapieni, dem Projektpartner von CSI in Lettland. William und Dana Shultz besuchten Ilona, halfen ihr beim Umzug und brachten Lebensmittel, Kleider und Einrichtungsgegenstände. Sie ermutigten sie, ihr neues Zuhause kreativ zu gestalten.

Die Ermutigung wirkte. Zwei Wochen später zeigt Ilona stolz ihre beiden schlicht eingerichteten Räume. Voll Freude erzählt sie auch, dass sie neu für die älteren beiden Kinder Alimente vom Staat erhalten wird. Und mit einem müden Lächeln fügt die hoch schwangere Frau hinzu: "Um die Unterschrift vom Vater der beiden Kinder zu bekommen, hat er mich noch einmal verprügelt. Aber jetzt sollte es ausgestanden sein und ich bekomme wenigstens dieses Geld für meine Kinder." Trotzdem liegt ihr Einkommen noch weit unter dem Existenzminimum. Denn arbeiten kann sie nicht. Wer sollte auch die Kinder betreuen? Und wo würde sie an einem so abgelegenen Ort Arbeit finden? Zudem kommt bald ihr viertes Kindlein zur Welt.

Bis Ilona wieder auf eigenen Füssen stehen kann, ist die allein erziehende Mutter noch auf Unterstützung von CSI angewiesen. Ilona erhält von CSI nicht nur materielle Hilfe. Bei jedem Besuch hören Dana und William erst einmal zu. Sie beraten Ilona und zeigen ihr, dass sie Stärken wie zum Beispiel ihre Kreativität hat. Es wird auch viel gelacht, denn ein Lachen hilft in diesen schwierigen Situationen, und Dana umarmt Ilona und die Kinder herzlich. Ilona erlebt durch diese Wertschätzung Gottes Liebe. Dafür ist sie sehr dankbar!

Rückblick

CSI unterstützt seit 1994 Grossfamilien, die materiell in eine Notlage geraten sind. Wie die 30-jährige Eva Muceniece, Mutter von sechs Kindern, drücken viele Mütter ihren Dank aus: "Dank Euch fühle ich mich wieder wie ein Mensch".

Im Jahr 2008 half CSI insgesamt 324 Familien in Not.

Ausblick

Lettland hat in den letzten Jahren zwar einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, aber viele ländliche Gebiete gehören zu den Verlierern dieser Entwicklung. Im Osten des Landes liegt die Arbeitslosigkeit offiziell bei bis zu 20 Prozent, die tatsächlichen Zahlen sind jedoch deutlich höher.

CSI will weiterhin Grossfamilien in extremen Notsituationen unterstützen. Denn Kinder sollen nicht unter der finanziellen Notlage Mangel leiden, wegen der Armut ihrer Familie ausgestossen werden und im schlimmsten Fall die Schule oder Ausbildung abbrechen müssen. Zudem engagiert sich die Mission Pakapieni (Projektpartner), um die lettische Bevölkerung zur Solidarität zu sensibilisieren. Auf politischer Ebene sollen Gesetze zum Schutz der ärmsten Einwohner erlassen werden.

CSI ist wichtig

 
Ainars Bastiks: Lettischer Minister für Kinder und Familienangelegenheiten: „Bill und Dana Shultz haben sehr gute Beziehungen zu den einzelnen Familien, nicht nur auf materieller, sondern besonders auch auf persönlicher Ebene. Sie kümmern sich um Menschen, die von der Mehrheit unserer Gesellschaft abgeschoben werden.“

Auszüge aus Dankesbriefen

„Die Hilfe, die Sie geleistet haben, ist sehr bedeutsam. [...] Manchmal war es so, dass wir nicht wussten, was wir am Morgen essen und wie die Kinder zur Schule gehen sollen.“ Vita

„Dank Ihrer Hilfe können unsere Kinder in der Schule essen. [...] Ich könnte in diesem Brief hundertmal danke sagen, das wäre zu wenig, denn Ihre Grosszügigkeit ist nicht zu beschreiben.“
Familie Spruds

„Ich will schnell gross werden, damit ich meiner Mami helfen kann.“ Toms Balodis, 12 Jahre

Länder-Info

Lettland ist ein sehr attraktives Land, und auch Riga hat kulturell sehr viel zu bieten. Ein Drittel der Bevölkerung wohnt in der Hauptstadt. Die wirtschaftliche Diskrepanz zwischen Stadt und Land ist jedoch enorm.

1991 wurde Lettland nach 47 Jahren von der UdSSR unabhängig. Ab diesem Zeitpunkt begann die Schere zwischen Arm und Reich bedeutend auseinander zu klaffen. 2004 trat Lettland der EU bei.

Lettland leidet unter einem extrem schwachen Solidaritätsbewusstsein. Während des Kommunismus wurde der Bürger seiner Selbstverantwortung enthoben (der Staat sorgte für die Bevölkerung). Mit dem abrupten Wechsel zu einem System mit überbetonter Eigenverantwortung sind viele überfordert; vor allem Hilfsbedürftige und wenig gebildete Leute bleiben auf der Strecke.

Trotz der bereits eingeführten Reformen fallen viele Grossfamilien durch die Maschen der Sozialnetze und leben weit unter der Armutsgrenze in prekärsten Verhältnissen.

Demographie (im Vergleich mit der Schweiz)

Fläche 64’589 km2 (ca. 1,5 x Fläche der Schweiz)

Bevölkerung 2,2 Mio (CH 7,5 Mio)

Bevölkerung unter 15 Jahren 14,4% (CH 16,7%)

Lebenswerwartung 72 Jahre (CH 80,4 Jahre)

nalphabeten 0,3% (CH 0%)

Ethnische Herkunft 57,7% Lettisch, 29,6% Russisch, 4,1% Belarussisch, 2,7% Ukrainisch, 2,5% Polnisch, 1,4% Litauisch, 2% andere

Religion 24% Katholiken, 20% Lutheraner, 15% Orthodoxe, 1% andere Christen, 40% andere Zugehörigkeit oder ungenannt

Nationalfeiertag 18. November
(Unabhängigkeit von Sowjetrussland 1918)



Unser Partner in Lettland

Dana und William Shultz

CSI-Projektaufwand
pro Jahr CHF 100’000




Ihr Partner in der Schweiz

Koordinatorin: Esther Schaad

 esther.schaad@csi-schweiz.ch 



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