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Malediven

Geographische Angaben

Fläche

298 km²
139 mal kleiner als die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

0,3 Mio
24 mal weniger als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

1'007 Einwohner/km²
5 mal grösser als in der Schweiz (177)

Bruttosozialprodukt

2'400 SFR
19 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Muslime

99.9%

Sonstige

  0.1%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Malediven 

Land-Info 

Christen müssen untertauchen


Samstag, 17. September 2011

Jährlich besuchen über eine halbe Million Touristen die Malediven mit ihren Palmenstränden und ihrer exotischen Unterwasserwelt. Doch Einheimische müssen aus Angst vor dem Staat untertauchen. Allein deshalb, weil sie Christen sind.

Nur der sunnitische Islam ist legal: die Grosse Freitagsmoschee in der Hauptstadt Male CD  

Der Schein trügt: Einheimische Frauen in Jeans CD  

ms. Die Malediven sind ein tropisches Paradies und für viele Menschen ein traumhaftes Reiseziel. Doch die meisten Touristen sind sich nicht bewusst, wie rigoros die Religionsfreiheit in diesem Staat verletzt wird. Sie dürfen nämlich nur 45 der rund 200 bewohnten Inseln betreten. Abgesehen von Beschäftigten in der Touristikbranche halten sich dort praktisch keine Einheimischen auf. Diese verteilen sich auf die übrigen Inseln. Daher kommen Touristen mit Einheimischen kaum in Kontakt und bekommen nicht mit, wie sehr Angehörige religiöser Minderheiten unter staatlicher Diskriminierung leiden.

Islamisten an der Macht

Als die vom damaligen Diktator Maumoon Gayoom erlassene heutige Verfassung im Jahr 2008 in Kraft trat, wurde der Islam als Staatsreligion festgeschrieben. Gemäss Verfassungsartikel 9d dürfen nunmehr nur Muslime maledivische Staatsbürger sein. Es ist unklar, ob die damals rund 3000 maledivischen Christen durch die neue Verfassung staatenlos wurden. Jedenfalls ist ihnen als Nichtmuslimen der Zugang zu grundlegenden Bürgerrechten verwehrt. Der Übertritt zu einer anderen Religion führt automatisch zum Verlust der Staatsbürgerschaft. Wie konnte es dazu kommen?

Bei den ersten freien Wahlen wurde Mohamed Nasheed 2008 als Präsident gewählt. Er versprach der Bevölkerung Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte. Doch sein Versprechen hielt er nicht. Er ging mit der islamistischen Adhaalath-Partei ein politisches Bündnis ein. Sie vertritt einen kompromisslosen sunnitischen Islam. Dies hat sich auf das ohnehin schon beeinträchtigte religiöse Leben aller Nichtmuslime verhängnisvoll ausgewirkt.

Konvertiten verschwinden

strenge Einfuhrbestimmungen CD  

Weil nur Muslime Staatsbürger sein dürfen, sind Nichtmuslime auf den Malediven von Wahlen und Abstimmungen ausgeschlossen. Sämtliche Kabinettsposten, Parlamentssitze und Richterposten stehen darüber hinaus nur sunnitischen Muslimen offen. Demgegenüber sind die wenigen einheimischen Christen nicht nur von der Gestaltung des öffentlichen Lebens ausgeschlossen; auch Gotteshäuser gibt es keine, sogar Gebete in der eigenen Wohnung sind untersagt. Malediver, die im Ausland Christen wurden, verschwanden nach der Rückkehr. Leider sind nicht einmal deren Namen bekannt.

Die über 700 000 Touristen dürfen zwar in den eigenen vier Wänden auch nichtmuslimische Kultushandlungen verrichten, jedoch nie in grösseren Gruppen.

Während den Einheimischen Besitz und Weitergabe von christlicher Literatur und religiösen Gegenständen strengstens verboten sind, dürfen Touristen Bibeln für den eigenen Gebrauch besitzen. Dennoch kommt es vor, dass selbst diese am Flughafen beschlagnahmt werden.

 


Republik Malediven


Staatsgebiet: 1191 Inseln, davon 200 bewohnt


Unabhängigkeit: 26. Juli 1965 von England


Hauptstadt: Male


Bevölkerung: gegen 400 000, davon etwa 80 000 Gastarbeiter


Landessprache: Dhivehi


Touristen / Jahr: über 700 000


Tourismus: 30 % des BIP

 Maledivische Verfassung 

 Weitere Infos: U.S. Department of State 


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