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Ältere Menschen lagen ihr schon immer am Herzen. Nach 26 Jahren bei CSI will sich Esther Mosch nun ganz ihrer Betreuung widmen. Im Interview schaut sie zurück – und nach vorne. |
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Esthi, Du hast 26 Jahre bei CSI gearbeitet. Weshalb bist Du so lange geblieben? Was verbindet Dich mit CSI? |
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Ja, wie schnell sind diese 26 Jahre vergangen. Schon als Kind hörte ich von Christen, die verfolgt werden. CSI ist für mich eine Gebetserhörung. Die Solidarität mit den Verfolgten und das gemeinsame Einstehen für die Menschenrechte haben mich so viele Jahre motiviert.
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Welchen Einfluss hatte die Arbeit bei CSI auf Deinen persönlichen Glauben? |
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Speziell die verschiedenen Glaubenszeugnisse der Verfolgten und das gemeinsame Beten für diese Christen in der Morgenandacht haben meinen Glauben bestätigt und bestärkt.
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Was war früher anders? |
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Als ich 1985 bei CSI anfing, hatten wir noch keinen Computer, sondern eine Schreibmaschine. Somit gab es keine Mails, kein Internet, es gab keinen Fax, keinen Farbdrucker. Wir hatten ein anderes CSI-Logo, das Monats-Magazin hiess CIN (Christen in Not) und war zweifarbig.
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Welche Arbeiten hast Du besonders gerne erledigt? |
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Die grosse Selbstständigkeit und Vielfalt meiner Aufgaben, besonders alles Praktische, was mit Menschen zu tun hatte, gefielen mir gut.
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Du bist wahrscheinlich die Person, die am meisten Kontakt zu unseren Spendern und Unterstützern hatte. Was bewegt die Leute? |
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Da inzwischen jeder Mitarbeiter eine direkte Telefonnummer hat, hat sich dieser Kontakt sicher vermindert. Bei den Anrufen via Zentrale handelte es sich in den meisten Fällen um die ältere Generation, die selber Not und Entbehrung erlebt hat. Diese Menschen möchten helfen, denn für sie bedeuten die Wörter Hilfe und Solidarität sehr viel.
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In den 26 Jahren hast Du den Aufbau aller CSI-Projekte miterlebt. Welches liegt Dir besonders am Herzen und warum? |
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Das ist schwierig zu sagen. Als wir noch direkte Patenschaften in Rumänien hatten, war es sicher das Projekt Rumänien. Wir konnten vielen verstossenen Kindern, aber auch Grossfamilien helfen, so ähnlich wie heute in Lettland. Ich war einige Male selber in Rumänien und betreue diese Einzelpatenschaften schon seit über 15 Jahre ehrenamtlich.
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Welches Erlebnis hat Dich besonders geprägt? |
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Die Freilassung von Gheorghe Calciu, einem orthodoxen Priester aus Rumänien. Dass er nach 16 Jahren unter schlimmsten Verhältnissen aus der Gefangenschaft freikam, war ein gewaltiges Ereignis und für viele Menschen ein grosses Glaubenszeugnis, auch für mich. Er vergab seinen Peinigern und einige von ihnen wurden sogar Christen.
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Weshalb verlässt Du uns? |
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In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis gibt es immer mehr ältere, einsame und kränkliche Menschen, um die ich mich soweit möglich in meiner Freizeit kümmere. Dies möchte ich nun in meinem neuen Beruf als Gesellschafterin ausbauen und vertiefen. Dazu besuche ich seit Mai einen Kurs beim Schweizerischen Roten Kreuz. Ich möchte auch leichte Pflege anbieten. Das Umsorgen älterer Menschen bereitet mir Freude!
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Du hinterlässt bei uns eine grosse Lücke. Bleibst Du mit uns verbunden? |
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Natürlich bin ich ersetzbar. Aber ich bleibe CSI gerne verbunden. Ihr werdet mich sicher ab und zu mal sehen. Ich bin ja in der Nähe: Zusammen mit meinem Mann wohne ich im Nachbardorf von Binz und werde meine neue Aufgabe am rechten Zürichsee-Ufer ausführen, wo ich aufgewachsen bin.
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Was rätst Du Deiner Nachfolgerin? |
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Jedes Anliegen, das an sie herangetragen wird, sollte sie ernst nehmen und bestmöglich erledigen. Ich wünsche Heike Steffen von Herzen viel Geduld und Freude bei der neuen Aufgabe.
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Was rätst Du CSI für die Zukunft? |
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Die grosse Herausforderung für CSI ist es, die jüngere Generation für die Anliegen der Menschenrechte zu erreichen. Einiges wurde ja bereits getan (Website, Facebook). Ich wünsche dem ganzen CSI-Team immer wieder viel Motivation, gute Ideen, ein offenes Herz für die vielen Anliegen und Gottes Führung und seinen reichen Segen! |
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