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Iran

Geographische Angaben

Fläche

1'648'000 km²
40 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

64,5 Mio
9 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

39 Einwohner/km²
4 mal kleiner als in der Schweiz (177)

Bruttosozialprodukt

2'016 SFR
23 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  0.5%

Muslime

99%

Sonstige

  0.5%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Iran 

Land-Info 

Zwei Jahre Apostat – jetzt plötzlich Vergewaltiger


Donnerstag, 6. Oktober 2011

Pastor Yousef Nadarkhani befindet sich seit Oktober 2009 im Gefängnis. Der Christ wurde im Iran zum Tod verurteilt, weil er vom "wahren Glauben" – dem Islam – abgefallen sei. Dieses Todesurteil löste enorme internationale Proteste namentlich der USA und der EU aus. Nun scheint der Iran die Strategie zu ändern.

Die iranische halbstaatliche Nachrichtenagentur Fars verbreitete kürzlich die Nachricht, Yousef Nadarkhani sei wegen Vergewaltigung und Erpressung verurteilt worden. Dabei lautete die Anklage bisher auf Apostasie, das heisst auf Abkehr vom islamischen Glauben. Falls die Meldung stimmt, wäre das Abrücken vom Todesurteil wegen Apostasie auch dem internationalen Druck zu verdanken, den zahlreiche Organisationen (unter ihnen CSI) und Staaten auf die iranischen Behörden ausüben. Dieser Druck hat sich in den letzten Wochen noch intensiviert.

Seit Oktober 2009 im Gefängnis

Pastor Yousef Nadarkhani MVM  

 
Seit etwa zehn Jahren war der vom Islam zum Christentum übergetretene Nadarkhani als Pastor in der Hauskirchenbewegung aktiv. Bereits im Dezember 2006 sass er wegen Verbreitung des christlichen Glaubens eine Zeitlang im Gefängnis. Im Oktober 2009 wurde er erneut festgenommen – und seither nicht mehr freigelassen. Er hatte damals bei den iranischen Behörden dagegen protestiert, dass seine beiden Kinder den islamischen Schulunterricht besuchen mussten. Zunächst hatte die Anklage gegen ihn auf Protest gegen die Staatsgewalt gelautet. Doch später wurden die erheblich schwerwiegenderen Vorwürfe des Glaubensabfalls und der Evangelisationstätigkeit erhoben.

Die iranischen Behörden übten starken Druck auf Nadarkhani aus, zum Islam zurückzukehren, und versuchten ihn einzuschüchtern: Seine Frau, Fatimeh Rasindedih, wurde im Juni 2010 ebenfalls vier Monate inhaftiert. Sein Anwalt, Mohammed Ali Dadkhah, wurde später (im Juli 2011) wegen Handlungen und Propaganda gegen das islamische Regime zu neun Jahren Haft verurteilt und erhielt ein 10-jähriges Berufsverbot.

Pastor Yousef Nadarkhani mit mit seinen beiden Buben pt  

An den Galgen wegen Abfall vom Islam

Im September 2010 wurde der zweifache Familienvater Nadarkhani in seiner Heimatprovinz Gilan zum Tod verurteilt (schriftliche Eröffnung erst im November 2010). Nadarkhani wandte sich ans Oberste Gericht. Im Juni 2011 bestätigte dieses das Todesurteil, allerdings unter dem Vorbehalt, dass Nadarkhani zwischen 15 und 19 Jahren kein Muslim gewesen sei. Mit 15 wird man gemäss islamischem Gesetz volljährig, mit 19 konvertierte Nadarkhani zum Christentum. Überprüft werden sollte durch Befragung von Personen in seinem Umfeld, ob Nadarkhani als Volljähriger als Muslim gelebt hatte. Dafür wies das Oberste Gericht das Dossier an die Gerichtsbehörden in Gilan zurück.

Neue Anklage erfunden

Pastor Yousef Nadarkhani mit seiner Frau pt  

Vor Gericht konnte der 34-jährige Nadarkhani Ende September 2011 beweisen, dass er nie überzeugter Muslim gewesen war. Dennoch besteht das Gericht auf seiner Konversion zum Islam für einen Freispruch. Schliesslich habe er muslimische Vorfahren. Pastor Nadarkhani hält jedoch an seinem christlichen Glauben fest: "Gemäss Gottes Wort müssen wir erwarten, dass wir für ihn Schwierigkeiten und Verachtung erleiden müssen. Unser christliches Bekenntnis ist inakzeptabel, wenn wir diese Aussage ignorieren, wenn wir im Leiden nicht Gottes Geduld zeigen."

Wir riefen bereits im Oktober 2010 und im Februar 2011 zur Protestkartenaktion auf. Zahlreiche Organisationen taten das ebenfalls und auch einflussreiche Regierungsmitglieder wie zum Beispiel die US-Aussenministerin Hillary Clinton intervenierten scharf.

Bisher schien alles ergebnislos. Falls die Anklage nun aber tatsächlich vom Vorwurf der Apostasie abweicht, ist dies ein Zeichen, dass selbst dem iranischen Regime die Reaktionen aus dem Ausland nicht völlig gleichgültig sind.

Gemeinsam für Freiheit

Wir rufen erneut zum Protest auf. Es darf nicht sein, dass Menschen wegen ihres Glaubens im Gefängnis sitzen. Pastor Nadarkhani ist seit Jahren unschuldig in Haft und muss zudem täglich um sein Leben fürchten. Wir verlangen, dass alle Anklagepunkte fallengelassen werden und Nadarkhani endlich freikommt. Bitte appellieren Sie mit uns an den iranischen Obersten Rechtsgelehrten Ayatollah Sayed Ali Khamenei! Sie können Ihre Solidarität zudem mit dem Beitritt zur Facebook-Gruppe zeigen, die Nadarkhanis Freilassung verlangt. Ihr gehören bereits über 11 000 Mitglieder an.

 
Quellen: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, FoxNews, Mohabat News, Worthy News

Externe Links

 Kritische Fragen von Mohabat News  (Englisch)


 Urteil des Obersten Gerichts 
(Englisch, inoffizielle Übersetzung)

 Nadarkhani-Facebook-Gruppe 


Bitte tragen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel ein!

Kommentieren  

Astrid Eisenring

Samstag
8. Oktober 2011
19:24

Religionsfreiheit gilt für alle Menschen. Gott hat uns die Freiheit gegeben zu entscheiden. Kein Mensch hat das Recht jemanden zu zwingen etwas zu glauben, was nicht seinem Denken und seinem Herzen ent-spricht.

Matti Hoch

Sonntag
16. Oktober 2011
11:32

Die Zeit, wo wir als Christen schweigen und "zu nett" sind zu den versch. Regimes, müsste vorbei sein. Wo sind die Gemeinden, Pastoren od. Prediger, die Proteste organisieren? Warum geschieht das in unserem freien Land nicht? Wir könnten vor jeder Botschaft in Bern mit Protest-Plakaten und Informationsschriften demonstrieren.Das höchste was uns passieren könnte, wäre das Erscheinen der Polizei, und dann könnten wir mit Nachdruck darauf bestehen, dass wir bleiben und weiter auf die Ungerechtigkeit und das Nichteinhalten der Menschenrechte dieser Staaten demonstrieren werden.

Warum geschieht nichts? Warum haben alle Angst? Warum sind alle so Leisetreter? Draussen leiden unsere Glaubensbrüder- u. schwestern, und wir glauben, in unserem Wohlstand seien wir sicher und rühren nicht den kleinsten Finger für diese Menschen. Sind wir überhaupt Christen nach biblischem Sinn? Ich zweifle ganz stark daran!!!

Lotti Baumann

Mittwoch
26. Oktober 2011
2:13

Ich habe schon verschiedene Male an eine mir persönlich bekannte Diakonin Links geschickt, unter anderem von koptisch.wordpress - Reaktion NULL.

Sollten sich Pastoren oder jemand anders bereit zeigen, Protest-Aktionen zu organisieren, ich unterstütze gerne durch meine Anwesenheit.

gaby sigrist

Mittwoch
16. November 2011
7:04

Beten wir, denn wenn wir beten bewegen wir Gottes Arm und unser Gott weiss am besten was nötig ist, denn das Blut der Seinen schreit schon längst zum Himmel. Aber wir vergessen doch so oft die Verheissung wo zwei oder drei im Bitten übereinkommen will ich es geben. Auf was warten wir also noch? Betet freie Schweizer betet.

Peter Roslen

Mittwoch
16. November 2011
22:25

Das Urteil muß revidiert werden. Gebet ist eine wichtige Möglichkeit.

Am 26. November um 16 Uhr findet in Hamburg (U-Bahnstation Mönckebergstraße) eine Lichterketten-Demonstration statt.

Bernadette W.

Sonntag
20. November 2011
20:16

Eigentlich ist hier das geschrieben u. gesagt worden, von MATTI HOCH,dem kann ich ganz stark beipflichten! Wir müssen einstehen für unsere Brüder und Schwestern in NOT, auch wenn es uns selbst das Leben kosten könnte, Joh. 15,13, denn das wird von unserm HERR und GOTT verlangt."Wo ist das gelebte WORT?" angebl. Christen, die sich jeden Sonntag im Gottesdienst wohlfühlen, und paar hundert Km.entfernt sind Brüdern und Schwestern in Bedrängnis, weil sie den wahren Christlichen Glauben bezeugen. "Ich frage mich schon seit langem, sind das die Christen wo die BIBEL meint, oder NUR Namenschristen?"

Michael Maeder

Samstag
26. November 2011
10:04

Lasst uns für Yousef beten: Jesus du bist unser Christus. Segne und bewahre Yousef auf seinem schwierigen Weg. Möge er leben in deiner Gegenwart. Amen.

Matti Hoch

Sonntag
27. November 2011
11:58

Danke, Bernadette W. für Deinen Beitrag!Als Einzelkämpfer und 100% arbeitend ist es für mich möglich, an Demos mitzumachen.Doch ich erwarte von Gemeindeleitern u. Pfarrern, dass sie etwas organisieren! Die versch. Organisationen wie CSI oder HMK haben auch Adressen-Listen, mit denen sie ihre Unterstützer anschreiben können. Dann haben wir in Bern alle! Botschaften dieser Länder, wo Christern unterdrückt werden anwesend!

Wer macht nun den ersten Schritt? Wie lange geht es noch, bis endlich auch von der Schweiz aus Stimmen sich hörbar erheben? Warum wollen wir zusehen wie die Atomgegener die Bahngeleise von Castor-Transporten blockieren, Greenpeace akrobatische Unternehmungen für den Umweltschutz inszenieren, die Rechtsextremen ihre Fahnen-Märsche abhalten, die Linksextremen ganze Strassenzüge mit Schaufenstern-Zerstörungen kaputt machen etc...und wir Christen finden es nicht für nötig! sich lautstark für unsere christlichen Brüder u. Schwestern einzusetzen, die sich notabene in Ländern befinden, die UNO-Mitglieder sind und die Menschenrechts-Charta unterschrieben haben!!

Also, wer macht den Anfang! Hallo, Ihr Pfarrer u. Prediger u. Missionare u. Leiter von Hilfswerken, habt Ihr mich endlich gehört!!?? Dann schreibt mich an unter stenere67@yahoo.de Besten Dank!

Beatrice Kilchenmann

Dienstag
29. November 2011
14:03

Lasst uns für alle verfolgten und gefangenen Christen beten, denn sie sind unsere Brüder und Schwestern. Lasst uns mutig für den Glauben an den lebendigen Gott einstehen, auch wenn wir dadurch Schwierigkeiten bekommen. Jesus selbst weist uns ja darauf hin. Auch wollen wir das Evangelium weitertragen und den Menschen so begegnen, wie Jesus uns das vorgelebt hat.

Stefan Rulamo

Mittwoch
30. November 2011
21:39

Ich hoffe wir werden erfolgreich sein, beim Protest in Wien.

Flyer:

http://koptisch.files.wordpress.com/2011/11/0-a-flayer-1.jpg

Matti Hoch

Sonntag
18. Dezember 2011
11:32

In der Zwischenzeit ist auf meinen Aufruf nur ein einziges mail eingetroffen, und das nicht einmal von einer Person, die in einer christlichen Führungsperson tätig ist. Leider hat sie sich nach meiner Rückantwort auch nicht mehr gemeldet.

Doch was auch passierte ist, dass offenbar die Amerikanische Aussenministerin, Hillary Clinto, sich mit Hilfe von Tausenden von Unterschriften von am. Christen ans Regime von Teheran gewendet hat, um die Freilassung von Pastor Nadarkhani zu fordern. Es ist erstaunlich, dass sich nun eine Politische Instanz für diesen Pastor wehrt. Meine Frage steht immer noch da: Wo sind die Schweizer Christen!!??? Es macht einfach nur traurig!!

heinz WEber-Larsen

Freitag
23. Dezember 2011
11:56

Ich finde es katastroohal dass es immer noch Länder gibt die keine Religionsfreiheit kennen und Leute ins Gefängnis stecken für ihren Glauben, dagegen protestiere ich so fest ich überhaupt kann. Da werden Grundrechte mit Füssen getreten, dagegen müssen wir aufstehen und demonstrieren und raus aus der warmen Stube auf die Strasse damit der Protest sichtbar wird, aber immer friedlich aber entschieden und klar für die gerechte Sache eintreten.

Heinz Weber-larsen, (alt Strafrichter BL)

Martin Siegwart

Freitag
23. Dezember 2011
20:41

Auch ich bin traurig, dass in unserem Lande nur sehr wenig zugunsten unserer verfolgten Brüder und Schwestern geschieht!

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