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Nigeria

Geographische Angaben

Fläche

923'768 km²
22 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

129,9 Mio
18 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

141 Einwohner/km²
(Schweiz: 177)

Bruttosozialprodukt

348 SFR
132 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Christen

49%

     Katholiken

12%

     Protestanten

26%

     andere Christen

11%

Muslime

45%

Sonstige

  6%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Teilweise schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Nigeria 

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Nächte der Gewalt


Samstag, 17. Dezember 2011

Sie kommen mitten in der Nacht und verschwinden gleich wieder. Zurück bleiben Tote, Verletzte und brennende Häuser. Von solchen heimtückischen Überfällen sind die Christen in Nordnigeria ständig bedroht.

Die Witwen Rose, Lyop und Christiana CSI  

wb/uh. Seit über einem Jahrzehnt werden nigerianische Christen in verschiedenen nördlichen Bundesstaaten auf bestialische Weise attackiert. Die Täter sind häufig hasserfüllte Fulani, Angehörige eines muslimischen Nomadenstammes. Nicht selten befinden sich unter den Angreifern auch Polizisten oder Soldaten. Manchmal sehen die Ordnungshüter den Überfällen auch tatenlos zu. Oft werden die Verbrechen nicht einmal untersucht. Das Vertrauen in die Behörden ist daher völlig verloren gegangen.

Grosse Gefahr geht ebenfalls von der Boko-Haram-Sekte («Westliche Erziehung ist Sünde») aus. Diese Sekte terrorisiert die gesamte Bevölkerung: Polizeistationen, Schulen, Kirchen oder Militärstützpunkte werden in die Luft gesprengt, Wachleute niedergeschossen, Regierungsgebäude angezündet. Dabei wenden sich die Attentäter auch gezielt gegen Christen und setzen ihre Häuser in Brand.

Verzweifelte junge Witwen

Im Dorf Jol-Teshak CSI  

Wir sind im Norden des Bundesstaats Plateau unterwegs, in dem Christen besonders häufig angegriffen werden. Allein im vergangenen September wurden im Bundesstaat Plateau über 100 Christen umgebracht. In der Umgebung der Hauptstadt Jos besuchen wir über 20 junge Frauen, die alle ihre Männer verloren haben. Drei der jungen Witwen leben im abgelegenen Dorf Jol-Teshak, das im August 2011 mehrmals mitten in der Nacht angegriffen wurde.

Rose Elisha: «Um Mitternacht vernahmen wir draussen seltsame Geräusche. Mein Mann ging leise hinaus, um nachzusehen, ob ein Tier herumirrt. Einige Sekunden später hörte ich Schüsse – mein Mann war sofort tot, von drei Salven getroffen.» Rose hat drei kleine Kinder im Alter von drei, fünf und acht Jahren. Ihr Mann hatte als einfacher Bauer gearbeitet. Nun ringt sie mit den drei Kindern ums Überleben. Ihre kleine Dorfgemeinschaft hilft ihr, so gut sie kann.

Lyop Zaka fand ihren Ehemann eines Morgens tot in der Wiese liegen. Während eines nächtlichen Kontrollgangs um die zehn Hütten wurde er ermordet – ein Unbekannter aus dem Nachbardorf zerfleischte ihn mit dem Buschmesser. Auch die dritte Witwe, Christiana Joshua, hat ihren Mann bei einem nächtlichen Überfall verloren.

Mit wenig Geld können wir hier viel bewirken: Wir schenken den drei Witwen des schutzlosen Kleindorfes Jol-Teshak Reis und Palmöl. Für die grösseren Kinder bezahlen wir die Schulgebühren.

Überwältigt, dass «Fremde» helfen

Erhielt eine Nähmaschine: Rose Dung CSI  

Einer weiteren Witwe, der 22-jährigen Rose Dung aus dem Dorf Wereng, finanzieren wir eine Nähmaschine. «Damit kann ich Kleider nähen und diese dann verkaufen. Die Kleider kann ich zu Hause anfertigen und so gleichzeitig auf meine beiden Kinder (ein- und zweijährig) aufpassen.» Ihr Mann wurde am 26. Juli 2011 «zufällig» mit Buschmessern getötet – seither lebt sie in der Grossfamilie ihres Schwagers.

Die 24-jährige Witwe Hannuta Bitrus verlor beim Angriff auf ihr Dorf sowohl ihren Mann als auch ihre einfache Lehmhütte. Diese brannte vollständig ab.

Wir konnten ihr Baumaterialien zur Verfügung stellen, die sie erleichtert annahm. Stellvertretend für alle anderen Hilfsempfänger sagte sie: «Wir möchten allen aufrichtig danken, die uns helfen, obwohl sie uns gar nicht kennen. Seit mein Mann umgebracht wurde, hat mir niemand geholfen. Gott hat uns durch Sie eine Tür geöffnet. Danke vielmals für alles!» Diesen Dank geben wir gerne an Sie weiter!



Unsere Partner in Nigeria

CSI hilft den jungen Witwen durch die einheimische Partnerorganisation CWEENS (Christian Women for Excellence and Empowerment of Nigerian Society) in Jos. CWEENS ist ein Zusammenschluss von christlichen Frauen, die den unschuldigen Opfern in Jos beistehen und ihnen direkt praktische Hilfe leisten.



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