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Schweiz

Geographische Angaben

Fläche

41'285 km²

Einwohner

7,3 Mio

Bevölkerungsdichte

177 Einwohner/km²

Bruttosozialprodukt

45'996 SFR

Religionsangehörigkeit

Christen

81.9%

     Katholiken

41.8%

     Protestanten

35.3%

     Orthodoxe

  1.8%

     andere Christen

  3%

Muslime

  4.3%

Juden

  0.2%

Sonstige

  2.6%

Keine

11%

Schweiz 

Land-Info 

Parteipräsidenten zur Religionsfreiheit


Freitag, 7. Oktober 2011

Wir baten die Präsidenten der neun wählerstärksten Parteien um ihr Statement zum Thema Religionsfreiheit. Acht Parteien nahmen an unserer Umfrage teil.

Wir schickten den Parteipräsidenten als Anregung folgende Fragen:

1. Was tun Sie persönlich für Religionsfreiheit?

2. Was halten Sie von CSI?

3. Wie wichtig ist Ihnen die in der Bundesverfassung
verankerte Glaubens- und Gewissensfreiheit?

4. Wie sieht es in andern Ländern aus?

Toni Brunner, SVP  

Christian Levrat, SP  

Fulvio Pelli, FDP  

Christophe Darbellay, CVP  

Ueli Leuenberger, Grüne  

Heiner Studer, EVP  

Hans Grunder, BDP  

Hans Moser, EDU  

Lobbying für Verfolgte: Unterschriftensammlung  

Toni Brunner
Parteipräsident SVP

Die SVP als Partei und auch ich als deren Parteipräsident bekenne mich zur christlich-abendländischen Kultur der Schweiz. Sie bildet die Basis für unsere Identität und unser Zusammenleben.

Weder eine Partei noch der Staat soll die Mitmenschen auf Glaubensdinge verpflichten oder ihnen den «richtigen» Glauben vorschreiben. Unsere Glaubens- und Gewissensfreiheit erlaubt allen Einwohnern das freie Denken, Schreiben, Sprechen – und Bekennen. Kirchen und Religionsgemeinschaften geniessen darum im Rahmen der Verfassung Freiheit der Verkündigung und Freiheit für die kirchlichen Tätigkeiten. Diese Toleranz findet aber da Grenzen, wo Religionsgemeinschaften die Toleranz verachten oder gar offen bekämpfen.

Was CSI – namentlich auch CSI-Schweiz – leistet, ist löblich und trägt sich nahtlos in eine lange Tradition humanitärer Tätigkeiten unseres Landes ein. Auch die Hilfe für Glaubensverfolgte, deren Schicksale in der letzten Zeit wieder häufiger den Weg über die Medien in die Schweiz finden, ist äusserst notwendig, da die Glaubensfreiheit überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Christian Levrat
Parteipräsident SP

Die in Art. 15 der Bundesverfassung verankerte Glaubens- und Gewissensfreiheit ist ein zentraler Wert unserer Rechtsordnung. Was uns lange als Selbstverständlichkeit erschien, ist es historisch nicht – und auch aktuell nicht mehr.

Historisch ist die in der Verfassung von 1848 verankerte Religionsfreiheit die Lehre aus dem letzten blutigen Bürgerkrieg in der Schweiz, der als Sonderbundskrieg ein Jahr zuvor auch im Namen der Religion geführt wurde. Aktuell ist die wichtigste Aufgabe der Glaubens- und Gewissensfreiheit in der Schweiz, die Kultusfreiheit jener Menschen zu schützen, die nicht der christlichen Mehrheitsreligion angehören. Die Annahme der Minarett­initiative hat hier ein bedrohliches Zeichen gesetzt.

Bester Garant für die Aufrechterhaltung der Glaubens- und Gewissensfreiheit ist ein laizistischer Staat, der mit einer klaren Trennung von Kirche und Staat den zivilgesellschaftlichen Frieden am besten schützt.

Fulvio Pelli
Parteipräsident FDP

Die Religionsfreiheit gehört für mich zu den Grundfreiheiten, sie ist unerlässlich für die Entfaltung des Einzelnen. Jeder Mensch muss sich frei fühlen, zu glauben oder nicht zu glauben. Unsere Gesellschaft muss die Kulthandlungen und Bräuche respektieren, die unmittelbar mit den Religionen verbunden sind, auch dann, wenn es sich um Minderheiten handelt, vorausgesetzt, dass sie unsere Gesetze nicht übertreten. Dies gilt für die Schweiz wie auch für die ganze Welt.

Es betrübt mich festzustellen, dass im 21. Jahrhundert immer noch Menschen wegen ihrer religiösen Gesinnung verfolgt werden, besonders in den Ländern mit autoritären Regimen. Das ist inakzeptabel, und Organisationen wie Christian Solidarity International sind unentbehrlich, um uns dies in Erinnerung zu rufen. Man kann sagen, dass die Situation in der Schweiz befriedigend ist. Aber die Hassbekundungen gegen einige Religionen müssen bekämpft werden. Die Religionsfreiheit zu verteidigen heisst, die Menschenwürde zu verteidigen.

Christophe Darbellay
Parteipräsident CVP

1. Zur Förderung der Religionsfreiheit beteiligen wir uns am interreligiösen Dialog, wenn er von gegenseitigem Respekt getragen wird. In diesem Dialog engagiere ich mich persönlich an vorderster Front.

2. Offen gestanden: Ich kenne Ihre Organisation nicht gut. Wir pflegen gute Beziehungen zu verschiedenen Kirchen, Religionsgemeinschaften und religiösen Organisationen in der Schweiz.

3. Sehr wichtig. In der Schweiz haben religiöse Toleranz und gegenseitiger Respekt Tradition. Sonst wäre die Eidgenossenschaft nach der Reformation im 16. Jahrhundert auseinandergebrochen. Die Umsetzung ist typisch schweizerisch: von Kanton zu Kanton verschieden, kein Fanatismus in die eine oder andere Richtung; mit konstruktiven religiösen Kräften, die unsere Verfassung mittragen, wird zusammengearbeitet.

4. Da gibt es grosse Unterschiede. Die Tradition der Aufklärung hat in vielen Ländern dazu geführt, dass die Religionsfreiheit in hohem Masse respektiert wird. Andere Länder tun sich da schwerer. Immer mehr islamische Länder müssen lernen, zu ihrer islamischen Tradition zu stehen, ohne Andersgläubige zu diskriminieren. So wie wir zur christlichen Tradition der Schweiz stehen sollen, ohne deswegen Muslime zu diskriminieren.

Ueli Leuenberger
Parteipräsident Grüne

1. Die Religionsfreiheit ist das erste aller modernen Freiheitsrechte. Sie bedeutet Freiheit für die Religionen, aber auch Freiheit von den Religionen. Wie wichtig mir und uns Grünen die Religionsfreiheit ist, haben meine Partei und ich gezeigt im Engagement gegen das eine Minderheits-Religion diskriminierende Minarett-Verbot.

2. Mein Eindruck ist, dass CSI sich nur für die Religionsfreiheit der ihnen nahe stehenden Christen einsetzt. Ich habe noch nie gesehen, dass sich CSI einsetzt für Christinnen und Christen, die in Lateinamerika von konservativen Pseudochristen verfolgt werden. Was machte CSI für die von proamerikanischen Todesschwadronen ermordeten Jesuiten? Und wo ist das Engagement von CSI für die von Israel unterdrückten palästinensischen Christen?

3. Der Artikel ist einer der wichtigsten Grundrechtsartikel. Leider wird er durch das Minarettverbot verletzt.

4. Echte Religionsfreiheit gibt es nur dort, wo alle Religionen ihre Rechte ausüben können und der Staat selber religiös und konfessionell neutral ist. Für Nordafrika hoffe ich diesbezüglich auf den arabischen Frühling. Für Israel auf eine Gleichberechtigung der arabischen Muslime, Christen und Ungläubigen. Für die Schweiz auf die Aufhebung des Minarettverbots.

Heiner Studer
Parteipräsident EVP

Während meiner Tätigkeit als Nationalrat gehörte die Frage der Christenverfolgung zu meinen Schwerpunkten. Bereits im Jahre 2000 reichte ich eine Interpellation zur «Verfolgung von Christen in aller Welt» ein und unternahm weitere gezielte Vorstösse. Heute bin ich Beauftragter der Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit (AGR) der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA); dieser gehört CSI an. Dies gibt mir die Möglichkeit, die Arbeit von CSI im politischen Bereich zu ergänzen. Für die EVP der Schweiz, die ich präsidieren darf, ist diese Thematik in Ergänzung zum Ausbau der Entwicklungszusammenarbeit ein aussenpolitisches Schwergewicht.

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ge­hört zu den zentralen Freiheiten, die uns die Bundesverfassung gibt. Wesentlich ist dabei, dass niemand gezwungen werden darf, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören. Demokratie und Rechtsstaat sind die Grundlagen für alle Menschen, die in unserem Land leben; diese sind somit auch von allen zu respektieren.

Hans Grunder
Parteipräsident BDP

Die Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, das mit aller Deutlichkeit und vehement verteidigt werden muss. Die Glaubens- und Gewissensfreiheit, wie sie in unserer Bundesverfassung verankert ist, hat auch in der heutigen Zeit nichts an Aktualität verloren. Gerade in der Schweiz muss immer wieder darauf hingewiesen werden, insbesondere was die Gewissensfreiheit, auch in der Politik, anbelangt.

Leider wird die Religions- und Gewissensfreiheit in vielen Ländern trotz UNO-Menschenrechtserklärung mit Füssen getreten; hier besteht nach wie vor sehr grosser politischer Handlungsbedarf. Die schweizerische Politik ist angehalten, hier immer wieder zu versuchen, Einfluss zu nehmen und die Verletzungen an den Pranger zu stellen. Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten insbesondere auch auf die Christenverfolgung aufmerksam zu machen.

Hans Moser
Parteipräsident EDU

Wir haben nach der Bundesverfassung Religionsfreiheit: Alle Einwohner/-innen dürfen sich frei versammeln, einer Religionsgemeinschaft angehören und sind mit ihrem Gewissen vor Gott verantwortlich. Immer mehr verspüren aber Bürger/-innen, die nicht einer Landeskirche angehören oder sich für biblische Werte einsetzen, Widerstand in den Schulen und der Öffentlichkeit.

Die EDU setzt Zeichen für die Freiheit. Wie sich CSI in den Wirkungsländern für Religionsfreiheit einsetzt, macht sich die EDU dasselbe Ziel in der Schweiz zur Aufgabe. Christliche Werte, aber auch ethische Grundeinstellungen weichen immer mehr dem Egoismus und Materialismus. Für die zehn biblischen Gebote findet die Gesellschaft oft kein Verständnis, ja wirft diese vorsätzlich in die Vergessenheit. Besondere Resultate dieser Haltung finden wir in der Finanz- und Geschäftswelt. Die EDU setzt sich weiterhin für unsere Bundesverfassung ein und will, dass nach dieser Verfassung die Gesetze, Verordnungen und zuletzt auch das Zusammenleben der Gesellschaft eingehalten werden.

Christian Solidarity International leistet in einigen Ländern für Menschen in Bedrängnis und Not hervorragende Arbeit. Ich hoffe, dass Gott auch da ins Verborgene sieht und seinen Segen dazu geben kann.

Lobbying für Verfolgte: Unterschriftensammlung  


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Matti Hoch

Montag
17. Oktober 2011
23:17

Der Kommentar von Ueli Leuenberger von den Grünen kann nicht unwidersprochen werden. Er fragt, was CSI gegen die Unterdrückung der palästinenschen Christen unternehme? Leuenberger u. seine Grünen sind im Grunde genommen Antisemiten, oder anders ausgedrückt, Antizionisten. Israel unterdrückt keine Christen! Dies ist eine infame Lüge, mit der die Grünen, allen voran Daniel Vischer, immer wieder gegen Israel Stimmung machen. Es waren die PLO und Arafat zuerst, die Terror und Schrecken nicht nur in den Nahen Osten, sondern in die ganze Welt gebracht hatten. Die PLO und ihre Schergen verfolgen Christen in Bethlehem und anderen Orten in der sog. Autonomen Zone. Der Islam duldet keine Christen, und schon gar nicht diejenigen, die in Israel die Erfüllung biblischer Prophetie sehen. Genau gegen dies ist auch die Haltung von Leuenberger. Es gibt viele Christen im nahen Osten, die sich in schändlicher Art u. Weise gegen Israel stellen. Das Leiden, das das Israelische Volk durch diesn unsäglichen Terror, der nur auf Lügen und Hass aufbaut, erdulden muss, wird durch die Aussagen Leuenbergers zynisch übergangen. Es wäre an der Zeit, wenn Kirchenobere hier in der Schweiz sich öffentlich gegen solche Aussagen eines sog. hohen Politikers äussern würden...doch es gibt wohl nur Scheinheilige...Wie hat Jesus so wahr über die heutige laue westliche Christenheit ausgesagt: ach dass Du warm oder kalt wärst, aber weil du lau bist, will ich dich ausspeien aus meinem Munde!

Gregor Hutmacher

Dienstag
13. März 2012
8:39

Wenn U. Leuenberger auf den arabischen Frühling hofft, kann er lange hoffen und warten. Für viele Menschen ist tiefster Winter eingekehrt.

Er aber muss in seinen Zeilen wieder Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten, schlecht machen. Sie können es einfach nicht lassen, diese Linken...Er soll doch einmal vor Ort gehen und sich diese "Unterdrückung" ansehen. Traurig, wenn ein Parteipräsident so daherredet.


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