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Peru

Geographische Angaben

Fläche

1'285'216 km²
31 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

26,4 Mio
3 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

21 Einwohner/km²
9 mal kleiner als in der Schweiz (177)

Bruttosozialprodukt

2'376 SFR
19 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Christen

92%

     Katholiken

89%

     Protestanten

  3%

Naturreligionen

  8%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Teilweise Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung der Diakonie

Peru 

Land-Info 

Unermüdlicher Kampf für Gerechtigkeit


Dienstag, 21. Juni 2011

In Peru warten noch Tausende auf Gerechtigkeit. CSI unterstützt betroffene Opfer in ihrem Kampf.

Jenseits von Gerechtigkeit CSI  

Anastasia Ramirez CSI  

uh/iw. Am 22. Oktober 1986 drangen rund fünfzig Militärange-hörige in die Gemeinde von Parcco im Bezirk von Pomatambo ein. Sie töteten und verschleppten viele Einwohner, darunter auch Frauen und Kinder. Anastasia Ramirez Buitron war eine von vielen, die diese dramatischen Ereignisse hautnah miterlebte. Ihre Eltern, zwei Brüder, zwei Schwägerinnen und zwei Neffen wurden brutal umgebracht.

Leidensgeschichten wie die von Anastasia gibt es in Peru zu Tausenden. Meist sind die Opfer einfache Leute, die nie die Schule besuchen konnten. Sie gerieten zwischen die Fronten politisch orientierter brutaler Machtkämpfe. Während des Bürgerkriegs in den 80er Jahren zwischen der Terrororganisation Sendero Luminoso und dem Militär gab es für sie meist keine andere Möglichkeit, als ihre Dörfer fluchtartig zu verlassen und in der Hauptstadt Lima «Sicherheit» zu suchen. Dort landeten sie mittellos und praktisch ohne Chance in einem der Slums.

Kampf für Gerechtigkeit

Projektleiter Chaleb Meza CSI  

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder davon berichtet, wie CSI mit der Partnerorganisation Intsol diesen Leuten im Kampf ums tägliche Überleben mit praktischer Hilfe zur Seite steht. Im Folgenden bringen wir Ihnen einen anderen Bereich des Engagements von CSI in Peru etwas näher – nämlich den unermüdlichen Kampf für Gerechtigkeit.

Bereits seit 17 Jahren setzt sich Caleb Meza, Menschenrechtsexperte und Soziologieprofessor, zusammen mit CSI für die Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen ein. Vielen Betroffenen, die sich selbst nicht zur Wehr setzen können, hat er eine öffentliche Stimme gegeben. Aus Sicherheitsgründen konnten wir in der Vergangenheit nur wenig über seine Aktivitäten berichten. Heute ist dies jedoch möglich. Durch seinen unermüdlichen Einsatz ist es ihm gelungen, ein beachtliches Netzwerk von Aktivisten aufzubauen.

Sie kommen aus verschiedenen christlichen Gemeindeverbänden und sozialen Institutionen.

Gezielte Ausbildung

Caleb Meza begann schon früh, Pastoren und Institutionsleiter für dieses Thema zu sensibilisieren und zu schulen: «Ungerechtigkeit darf nicht weiter schweigend geduldet werden», erklärt er. «Gerade die Kirchen und ihre Institutionen haben den Auftrag, sich aktiv für Gerechtigkeit einzusetzen.» Die vielen Workshops förderten die Kooperation unter christlichen Gemeinden und sozialen Institutionen. Gleichzeitig wurden Mitarbeiter ausgebildet, die traumatisierte Opfer im Kampf um Gerechtigkeit professionell begleiten. Caleb Meza arbeitet mit verschiedenen Kirchen zusammen. Besonders wichtig ist heute die katholische Bischofskommission für soziales Engagement, die sich mit ihm um die vielen Opfer kümmert. In Zusammenarbeit mit christlichen Anwälten ist es Caleb Meza gelungen, viele Fälle von Verbrechen und Ungerechtigkeit vor Gericht zu bringen. Doch leider warten nach wie vor Tausende auf Gerechtigkeit.

Kinder erhalten Hilfe

Jeden Tag kommen ca. 70 Kinder in die Ludothek CSI  

Caleb Meza integriert seine Menschenrechtsarbeit in verschiedene Projekte. Im Slumgebiet von Santa Cruz führt er beispielsweise eine Bibliothek und eine Ludothek. Von Montag bis Samstag besuchen vormittags und nachmittags rund 70 Kinder diese Lokalität. Sechs freiwillige Helferinnen kümmern sich um die verwahrlosten Kinder. Sie bieten ihnen einen Ort der Geborgenheit und der Sicherheit. Dabei

ist der persönliche Kontakt der Helferinnen zu den Kindern sehr wichtig. Viele von ihnen sind schon von klein auf psychisch angeschlagen. Häusliche Gewalt und Verwahrlosung sind alltägliche Probleme. Das Engagement der Helferinnen ist für viele junge Menschen dieses Slumgebiets von unsagbarem Wert.

Die älteren Kinder können in der Bibliothek Fachbücher ausleihen und Computer benutzen. Oft gehen sie vormittags zur Bibliothek und suchen bei den Helferinnen fachliche Unterstützung. «Es ist sehr ermutigend zu sehen, wie sie diese Chance nutzen und das Lernen ernst nehmen», lobt die Verantwortliche die Jugendlichen. Bereits haben einige von ihnen dank dieser Unterstützung den Weg zu einer weiteren Ausbildung gefunden. Das ist eine grosse Freude.

Drei grosse Anliegen

Ludothek-Mitarbeiterin Veronika CSI  

«Wir haben drei grosse Anliegen», berichtet die Helferin Veronica und zählt auf:


«Das Dach des Aufenthaltsraums ist kurz vor dem Einstürzen. Wir müssen es dringend sanieren.»


«Wir sehen die grosse Notwendigkeit, den Kindern ein Mittagessen anzubieten. Viele Kinder bekommen über Mittag kein Essen, da die Eltern ausser Haus sind», erzählt Veronica. «Die meisten von ihnen sind unterernährt oder ernähren sich nicht ausgewogen. Mit einer kleinen Küche könnten wir diesen Kindern eine Mahlzeit pro Tag anbieten, was für ihre Entwicklung sehr wichtig ist.»


«Es sind noch viele Kinder in diesem Gebiet, die während des ganzen Tages auf sich selbst gestellt sind, und das bricht uns das Herz», sagt Veronica traurig. Das ist denn auch ihr drittes Anliegen: Sie brauchen dringend mehr Platz, damit weitere Kinder in ihrem tristen Alltag einen Ort der Geborgenheit finden können. Dafür müsste die Bibliothek ein zweites Stockwerk erhalten.

CSI will die Bemühungen von Caleb Meza auch in Zukunft fördern, um Christen zu einem stärkeren Engagement zu ermutigen. Herzlichen Dank, liebe CSI-Freunde, dass Sie uns diese Hilfe mit Ihren Spenden immer wieder ermöglichen!

In der Ludothek wird gebastelt CSI  

Ihre Hilfe


 

Bitte helfen Sie uns, Slumkinder vor Verwahrlosung und Gewalt zu schützen!

Fr. 

30.–

Beitrag an eine kleine Küche in der Ludothek

Fr. 

70.–

Beitrag an laufende Kosten des Mittagstisches

Fr. 

150.–

Beitrag an die Sanierung und Erweiterung der Bibliothek

Fr.  .–   freier Betrag

per Einzahlungsschein oder online



Verantwortlicher Umgang mit Spendengeldern  


Zurück aus Lateinamerika

Die Verantwortlichen für Lateinamerika reisten im März/April 2011 – begleitet von CSI-Präsident Herbert Meier – nach Nicaragua und Peru. Sie besuchten unsere Mitarbeitenden und interviewten zahlreiche Personen, die von der CSI-Hilfe profitieren. Manches im Leben der Slumbewohner hat sich deutlich zum Guten verändert. Sie haben neue Hoffnung geschöpft. Slumkinder erleben Geborgenheit.

Um Sie an den unvergesslichen Eindrücken teilhaben zu lassen, brachten sie viele Fotos und Interviews zurück. In den nächsten Magazinen werden wir einiges davon publizieren.

Möchten Sie Näheres über die Reise erfahren? Wir kommen gerne in Ihre Kirchgemeinde, um Ihnen mehr zu erzählen. Wenden Sie sich bitte an Werner Baur, um einen Termin abzumachen. 044 982 33 10 oder  werner.baur@csi-schweiz.ch 


Bitte tragen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel ein!

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