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Sudan 

Auch Blinde sehen Hoffnungsschimmer

Die von CSI befreiten Sklaven sind häufig Opfer schwerer Misshandlungen. Ihre Leiden begleiten sie in die Freiheit. Meistens kann Dr. Luka Deng helfen. Und das bereits seit zehn Jahren.

«Apotheke» (links) und überdachter «Warteraum» von Dr. Luka Deng CSI  

ah. Schlangenbisse, Tropengeschwüre, Malaria, Verbrennungen, Schnittwunden, Erbkrankheiten – in den zehn Jahren seiner Tätigkeit hat Dr. Luka Deng schon vieles unter seine geübten Hände genommen. Selber im Südsudan aufgewachsen, zog er später nach England. 2001 konnte CSI ihn für eine Zusammenarbeit im Südsudan gewinnen. Seither verbringt er den grössten Teil der Zeit dort.

Seine Buschklinik in Wanyjok ist weit herum bekannt. Südsudanesen erhalten von ihm und seinem Team professionelle Hilfe. Eine ganz besondere Bedeutung kommt Luka Deng bei der Sklavenbefreiung zu: Viele tragen bleibende Zeichen der traumatischen Erfahrungen, die sie im islamischen Norden machen mussten. Luka Deng versucht alles, um ihre Leiden zu verringern. Oft erfolgreich.

Ein Auge ausgeweint!

Grausam bestraft: Garang Piol Akol CSI  

«Leider gibt es Fälle, in denen ich nichts tun kann», bedauert Luka Deng. «Besonders leid tun mir die Sklaven, denen ihre grausamen Besitzer mutwillig das Augenlicht geraubt haben.»

Da ist zum Beispiel Garang Piol Akol. Zusammen mit vier Freunden wurde er als Kind verschleppt. Unterwegs wollten seine Freunde flüchten, was ihnen aber nicht gelang. Die Entführer schlugen mit Ruten so lange auf die vier ein, bis sie starben. Garang musste alles mitansehen! Er war fassungslos. Trotz Drohungen der Mörder gelang es ihm nicht, sein Schluchzen zu unterdrücken. Zur Strafe rissen sie ihm ein Auge aus: Jetzt habe er einen Grund zum Weinen, spotteten sie zynisch!

Blind, aber glücklich: Ker Aleu Deng mit Pass CSI  

Sogar auf beiden Augen blind ist der 13-jährige Ker Aleu Deng. Wir berichteten im Dezember über ihn. Sein Besitzer hatte ihn an den Füssen an einen Baum gebunden und kopfüber den ganzen Tag hängen lassen. Schliesslich rieb er ihm noch Pfeffer in die Augen. Das führte zur völligen Erblindung. Auch hier war zwar medizinisch nichts mehr zu machen. Dennoch gab Luka Deng die Hoffnung nicht auf, dem aufgeweckten Jungen zu helfen: Er setzte alles daran, ihm einen Pass zu verschaffen. Diesen hat Ker mittlerweile erhalten. Vielleicht wird er schon bald eine Blindenschule im Ausland besuchen können.

Klinik im Freien

Kommt der Buscharzt, sind die Zuschauer schon da CSI  

Befreiter Sklavenjunge mit Tropengeschwür CSI  

Als Luka Deng 2001 erstmals für CSI tätig wurde, standen ihm rudimentäre Mittel zur Verfügung: Seine «Klinik» bestand aus einem Stuhl unter einem Baum. Für ärztliche Visiten benutzte er ein Fahrrad. Nach und nach wurden verschiedene Hütten erbaut und er konnte einheimisches Fachpersonal einstellen.

Jetzt ist ein langgehegter Wunsch in greifbare Nähe gerückt: Im Februar bewilligte die Bezirksverwaltung von Aweil East dem Arzt, auf einem benachbarten Grundstück ein Krankenhaus zu bauen. Für die Finanzierung ist Luka Deng vollkommen auf CSI angewiesen. Hoffentlich kann Luka Deng seine «Hütten-Praxis» schon bald verlassen.

Er hegt noch einen weiteren Wunsch. Sein altersschwacher Geländewagen lässt ihn immer öfter im Stich. Dabei ist er als Arzt oft in der Situation, dass schnelle Hilfe nötig ist! Helfen Sie mit, unserem treuen Buscharzt diesen dringenden Wunsch zu erfüllen?


Bitte tragen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel ein!

Kommentieren  

Silvia Schläfli

Dienstag
17. Mai 2011
14:14

Es macht mich unheimlich traurig, dass es heute noch so viele Sklaven gibt und auch, dass sie immer noch so schlecht behandelt werden. Bin überzeugt, dass es in der Ewigkeit einmal Gerechtigkeit gibt. Machen Sie weiter so mit CSI. Kürzlich hatte ich mit einem Geschäftsmann ein Gespräch über China. Er behauptete, dass es in China Religionsfreiheit gibt, ich solle nicht glauben, was geschrieben wird. Er hatte mit chinesischen Geschäftsleuten zu tun und da wird natürlich nicht über Glaubensfreiheiten gesprochen. Gerne würde ich es ihm schriftlich geben. Herzliche Grüsse S. Schläfl

Adrian Hartmann CSI

Dienstag
17. Mai 2011
15:12

Gerade im Juni-Magazin - es wird am Freitag abgeschickt - drucken wir einen Protest zu China ab. Vielleicht wäre das etwas für Ihren Bekannten?


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