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Sudan

Geographische Angaben

Fläche

2'505'813 km²
61 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

31,8 Mio
4 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

13 Einwohner/km²
14 mal kleiner als in der Schweiz (177)

Bruttosozialprodukt

408 SFR
113 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Christen

10%

     Katholiken

  5%

     Protestanten

  5%

Muslime

70%

Naturreligionen

20%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Sudan 

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Eine junge Frau erhält ihr Lächeln zurück

In diesem Jahr konnte CSI im Sudan wieder 840 Sklaven befreien. Ein Licht der Hoffnung für dieses krisengeplagte Land.

Befreite Sklaven in ihrer Heimat willkommen geheissen. CSI  

md. Es ist ein Ort in der Nähe von Wunlang im Süden des Sudans. Die CSI-Mitarbeiter machen sich auf den Weg, um sich mit den Verbindungsleuten zu treffen, welche die Sklaven aus dem Norden zum vereinbarten Treffpunkt zurückführen. Für die Verbindungsleute ist dies ein gefährlicher Job, denn Sklavenrückführung gilt als Verrat. Man hörte, dass auch auf einige CSI-Mitarbeiter ein Kopfgeld ausgesetzt wurde.

Als 10-Jährige vergewaltigt

Nyibo mit ihrm kleinen Sohn. CSI  

Heute erhalten 125 Männer, Frauen und Kinder ihre Freiheit zurück. Weil CSI eng mit den Dorfältesten und Pfarrern vor Ort zusammenarbeitet, sind diese über die Befreiung informiert und zum vereinbarten Treffpunkt gekommen. Geduldig warten die Dorfältesten und Pfarrer am Rand des Geschehens, während CSI-Mitarbeiter alle befreiten Sklaven registrieren und von ihnen ein Foto machen. In einem Formular halten sie Namen, den Tag der Entführung, den Namen ihres Sklavenbesitzers fest und notieren die Antworten auf Fragen über ihre Behandlung während der Gefangenschaft – zum Beispiel: “Wurden Sie vergewaltigt?” Oder: “Haben Sie die Hinrichtung von Angehörigen erleben müssen?”

“Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine so junge Frau all diese traumatischen Erlebnisse überleben konnte”, sagt die langjährige CSI-Mitarbeiterin Heidi McGinness. Das Interview mit Nyibol Garang Deng geht Heidi sichtlich unter die Haut:

Ganz leise sprechen die beiden Frauen miteinander. Als Nyibol zehn Jahre alt war, wurde sie von Arabern entführt. An Seile gefesselt, wurde sie zusammen mit andern Frauen und Kindern in den Norden des Sudans verschleppt – eine Reise in die Hölle. Zusammen mit andern wurde sie vergewaltigt, mehrere Male, Tag für Tag. Ein junges Mädchen von zehn Jahren.

Schaumord als Warnung

Mit erstickter Stimme beginnt Nyibol zu erzählen, dass sie zwei Hinrichtungen erlebt hat. “Sind Sie in der Lage, mehr zu erzählen?”, fragt Heidi einfühlsam. In abgehackten Sätzen sucht die traumatisierte Frau die Worte zusammen. “Vor meinen Augen… Es war der Bruder von meinem Meister (Sklavenhalter) Sadiq Hamet. Eine Frau und ein Junge. Ich habe sie gekannt. Er hat ihnen den Kopf abgeschlagen und an einen Baum gehängt.” Nyibol hält ihren kleinen Sohn ganz eng an ihre Brust und blickt zu Boden. Der Bruder von ihrem Besitzer hat ihr dann gedroht: “Wenn du irgendwann zu fliehen versuchst, dann passiert dir dasselbe!”

Heidi macht, was jede Frau in einer solchen Situation machen würde, wenn Worte über all dem Schmerz nicht mehr zu trösten vermögen. Sie legt ihren Notizblock zur Seite und rückt behutsam näher zu Nyibol. Sie hält die junge Frau im Arm, spendet Trost. Nach zehn Jahren Gewalt und Missbrauch erlebt Nyibol zum ersten Mal wieder eine liebevolle Zuwendung. Sie erinnert sich an die Zärtlichkeit, die sie als kleines Kind bei ihren eigenen Eltern erlebte. Das war damals, bevor Islamisten in ihr Heimatdorf eindrangen und sie zusammen mit vielen andern Kindern brutal aus der Geborgenheit ihrer Familie herausrissen.

Nyibol mit ihrem Jungen und CSI-Mitarbeiterin Heidi McGinness freuen sich. CSI  

Vom Sohn getrennt

Nyibol gewinnt Vertrauen gegenüber Heidi und öffnet sich noch mehr. “Ich habe einen Sohn”, sagt sie. Ahnungslos antwortet Heidi ‘Ja’ und blickt auf das bezaubernde Kleinkind. Die Mutter erlaubt Heidi, das Kind auf den Arm zu nehmen. “Ich habe noch einen zweiten Sohn”, fügt Nyibol hinzu. “Er ist sechs Jahre alt.” Die verzweifelte Mutter stockt und schweigt für einen Augenblick. “Aber … ich konnte ihn nicht mitnehmen. Ich musste ihn zurücklassen.” Der kleine sechsjährige Junge musste beim grausamen Sklavenbesitzer bleiben. Der Schmerz der Mutter kennt keine Worte.

Die Geschichte dieser jungen Frau steht stellvertretend für viele Sklaven, die gewaltsame Zerstörung von glücklichen Familien, Missbrauch und bestialische Grausamkeit erlebt haben und heute noch erleben.

Ein paar Stunden nach dem Gespräch treffen sich Heidi und Nyibol nochmals. Zum ersten Mal zeigt die junge Frau ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Auch ihr kleiner Sohn lächelt. Der afrikanische Pastor Tony schaut aus ein paar Metern Distanz zu. Auch er freut sich, dass Nyibol Zutrauen zu Heidi gefasst hat. Zu Fuss macht sich Nyibol später auf den Weg in ihre neue Zukunft – eine Zukunft in Freiheit, aber mit gebrochenem Herzen.

840 Sklaven (Stand bis Ende September 2009) hat CSI in diesem Jahr befreit. Nyibol hofft, dass auch ihr sechsjähriger Sohn noch freikommt. Mit Ihrer Unterstützung, liebe CSI-Freunde, werden wir uns auch im kommenden Jahr weiter für die Befreiung möglichst vieler Sklaven engagieren.


 

Herzlichen Dank, dass Sie sich mit uns für die Befreiung der Sklaven im Sudan engagieren!

Fr. 

39.–

Nahrung für drei befreite Sklaven während der Rück­führung in ihre Heimat

Fr. 

90.–

Kosten für die Befreiung von drei Sklaven

Fr. 

150.–

Startsäcke für drei befreite Sklaven

Fr.  .–   anderer Betrag

per Einzahlungsschein oder online



Verantwortlicher Umgang mit Spendengeldern  


Ein paar Zahlen zur CSI-Hilfe 2009


Stand Ende September 2009)


840 befreite Sklaven

2‘250 Überlebenssäcke für befreite Sklaven
und Vertriebene

6 Tonnen Babynahrung für unterernährte Kinder

50 Tonnen Hirsegetreide

Über 50‘000 Franken Medikamentenlieferungen
an CSI-Notarzt Dr. Luka Deng

Weitere Hilfe ist in Vorbereitung


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