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Sudan

Geographische Angaben

Fläche

2'505'813 km²
61 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

31,8 Mio
4 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

13 Einwohner/km²
14 mal kleiner als in der Schweiz (177)

Bruttosozialprodukt

408 SFR
113 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Christen

10%

     Katholiken

  5%

     Protestanten

  5%

Muslime

70%

Naturreligionen

20%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Sudan 

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Steht ein “humanitärer Wirbelsturm” bevor?

Politisch und humanitär stehen im Sudan viele Zeichen auf Sturm. Im autonomen Südsudan finden Wahlen statt. 2011 wird entschieden, ob sich der Süden definitiv vom Norden abspalten soll. Der im Jahr 2005 geschlossene Frieden steht auf äusserst wackligen Füssen.

Damit möglichst viele Sklaven nach Hause geführt werden können, ist CSI auf Ihre Unterstützung angewiesen. 
 

gw. “Am schlimmsten waren die Verletzungen, die Zivilisten bei Bombenabwürfen auf die Dörfer erlitten”, erinnert sich CSI-Notarzt Dr. Luka Deng. “Die Islamisten packten Nägel, Schrauben und andere Eisenteile in ihre Bomben, die bei der Explosion in alle Richtungen flogen und schwerste innere Verletzungen und offene Knochenbrüche verursachten.” Das war vor dem Friedensvertrag vom Januar 2005. Seither haben die Bombardierungen im Grenzgebiet zwischen dem Südsudan und dem Norden aufgehört.

Die Situation täuscht

Heute präsentiert sich bei unseren Hilfseinsätzen eine andere Situation. Arabische Händler beliefern die Märkte von Warawar, Aweil und Wanyjok. Nägel, Schrauben und allerlei Metallisches sind nicht mehr in Bomben verpackt, sondern gehen friedlich über die Ladentische. Das Warenangebot hilft, die Kriegsfolgen in einem der rückständigsten Länder der Welt vordergründig zu überwinden. Die friedliche Situation auf dem Markt täuscht allerdings darüber hinweg, dass es unter der Oberfläche brodelt.

Im autonomen Südsudan stehen Wahlen bevor. 2011 soll bei einer Volksbefragung entschieden werden, ob der autonome Südsudan definitiv ein selbständiger Staat werden soll. Die meisten Südsudanesen sind überzeugt, dass sich eine grosse Mehrheit für die Loslösung vom islamischen Norden entscheiden wird. Laut Tages-Anzeiger-Bericht vom 2. November 2009 meint der Vizepräsident des Sudan, Salva Kiir, dass er für die Südsudanesen – wenn sie nicht Bürger zweiter Klasse bleiben wollen – keine Alternative zur Abspaltung gibt. Doch der mit allen Wassern gewaschene Omar Al-Bashir könnte so ein Votum zum Anlass nehmen, einen neuen “Heiligen Krieg” zu erklären. Damit würde der alte Konflikt wieder aufflammen. Der islamistische Norden hatte in einem jahrzehntelangen, blutigen Bürgerkrieg versucht, den christlich-animistischen Süden zu annektieren und zu islamisieren. Trotz des im Jahr 2005 besiegelten Friedens erhebt Khartum nach wie vor Anspruch auf den Südsudan. Eines der umstrittenen Probleme zwischen den beiden Teilstaaten sind die Erdölvorkommen. Sowohl der Norden wie auch der Süden wollen die Erdölfelder gewinnbringend für sich nutzen.

Aufrüstung

Der Gebietsanspruch auf das Territorium, in dem das Erdöl vorkommt, zeigt sich durch eine massive militärische Aufrüstung des Nordens. Seit Jahren arbeitet Khartum daran, sein ohnehin schon gewaltiges Waffenarsenal zusätzlich mit chinesischen Raketenwerfern, russischen MIG-29-Kampffliegern, modernsten Hubschraubern und schwerer Artillerie aufzustocken. Zusätzlich verfügt Al-Bashir mittlerweile über eine eigene Waffenindustrie, wie er im August 2009 selbstbewusst verkündete.

Angesichts dieser massiven Aufrüstung kommt der Südsudan unter Zugzwang. Juba rüstet ebenfalls auf. Die Hälfte seines Staatshaushalts, der praktisch nur aus Öleinnahmen finanziert wird, wird für Militärisches verwendet. Die Menschen sitzen auf einem Pulverfass, das jederzeit explodieren kann. Zusätzliche schwelende Brandherde in der Region sind Stammeskämpfe im Südsudan, Überfälle einer von Khartum unterstützten Rebellenbewegung im Grenzgebiet zu Uganda und der nach wie vor ungelöste Darfurkonflikt. Wenig zur Stabilität tragen ausserdem die islamischen Nachbarn des Sudan bei. Ägypten kämpft seit jeher gegen eine Aufteilung des Sudan in zwei unabhängige Staaten, Libyen ist mit eigenen Waffenlieferungen in den Darfurkonflikt verstrickt, der bereits mehr als 300’000 Menschen das Leben kostete und fünf Millionen in die Flucht schlug.

Drohende Hungersnot

Dr. Luka berichtet, dass die letztjährige Regenzeit ungewöhnlich spät eingesetzt hat. Er befürchtet für 2010 eine weitverbreitete Hungersnot. Sechs Millionen Sudanesen sind mittlerweile von ausländischer Nahrungshilfe abhängig. Während die USA alleine 2008 283’000 Tonnen texanisches Hirsegetreide in die Krisenregion Darfur verschifften, verkaufte Omar Al-Bashir seine Ernten aus dem Nordsudan und brüstete sich damit, einen Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung Afrikas zu leisten. Die New York Times berichtet, dass er sogar Getreide an Saudi-Arabien liefert, dazu Hirse für Kamele der Vereinigten Arabischen Emirate und Tomaten für die jordanische Armee. Dazu verhökert das Regime landwirtschaftliche Produktionsflächen an ausländische Investoren. Der Südsudan steht vor einem nahezu “unvorstellbaren Berg von Problemen”, sagt die Uno-Koordinatorin in Juba, Lisa Grande. Sie erwartet für 2010 einen “humanitären Wirbelsturm”.

CSI ist besonders gefragt

Alle Zeichen deuten eindeutig auf eine humanitäre Katastrophe grösseren Ausmasses hin. Gerade in dieser heiklen Situation ist das Engagement von CSI ganz besonders gefragt. Humanitäre Hilfe für den Südsudan, der immer noch massiv unter den Folgen des Bürgerkriegs leidet, wird 2010 umso wichtiger. Darüber hinaus engagiert sich CSI weiterhin für die im islamistischen Norden versklavten Menschen. Falls sich der Süden definitiv vom Norden abspaltet, ist die Befreiung und Rückkehr der festgehaltenen Sklaven erschwert oder gar ausgeschlossen.


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