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Südsudan 

Antrittsrede von General Salva Kiir Mayardit (Auszüge)


Freitag, 22. Juli 2011

In einer feierlichen Rede wandte sich der neue Präsident Salva Kiir an die versammelten Gäste und sein Volk. Wir haben Auszüge des englischen Originals übersetzt.

"Im Namen Gottes und der glorreichen Revolution des südsudanesischen Volkes heisse ich Sie zu diesem historischen Ereignis willkommen. Bevor ich meine Rede fortsetze, wollen wir aufstehen und eine Schweigeminute halten, um unserer gefallenen Helden und Heldinnen zu gedenken, die den höchsten Preis für unsere Freiheit und Würde bezahlt haben. Dieser Tag wäre ohne ihre Opfer nicht Wirklichkeit geworden. Lassen Sie mich nochmals deutlich jenes Opfer betonen, das von dem Gründer unserer Nation, Dr. John Garang De Mabior, gebracht wurde. Dieser grosse Tag zeigt, dass unsere Märtyrer nicht umsonst gestorben sind. […]

Ein Traum wurde Wirklichkeit

Ihr Mitbürger in den Dörfern […] wie auch im Ausland: Wir wollen uns gegenseitig beglückwünschen und Gott den Allmächtigen dafür preisen, dass wir diesen Tag erleben dürfen. Wir haben 56 Jahre auf diesen Tag gewartet. Es ist ein Traum, der nun Wirklichkeit geworden ist! […]

Wir wurden zerbombt, gepeinigt, versklavt und im eigenen Land schlechter behandelt als Flüchtlinge. Wir können vergeben, doch wir werden nie vergessen! […] Möge dieser Tag eine neue Zeit der Toleranz, der Einheit und der gegenseitigen Liebe einleiten. Lasst unsere kulturellen und ethnischen Unterschiede eine Quelle des Stolzes und der Stärke sein und nicht der Engherzigkeit und Zwietracht. Mögen alle Bürger dieser neuen Nation Rechtsgleichheit, die gleichen Aufstiegschancen und die gleiche Verantwortung im Dienst an ihrem Mutterland haben. Wir sind alle Südsudanesen. Wir mögen Zande, Kakwa, Nuer, Toposa, Dinka, Lotuko, Anyuak, Bari und Shilluk sein, aber denkt daran: Wir sind zunächst einmal Südsudanesen.

Diese neue Nation wird sich um Frieden mit ihren Nachbarn im Norden, Osten, Süden und Westen bemühen. […]

Salva Kiir Mayardit mit einem südsudanesischen Jungen CSI  

Wir müssen Probleme anpacken

Als unabhängiges Land müssen wir uns auf den Aufbau unserer Dienstleistungen und auf unsere Weiterentwicklung konzentrieren. Das ist nur mit einer Regierung möglich, deren erste, zweite und letzte Priorität das öffentliche Interesse, das öffentliche Interesse und das öffentliche Interesse ist! […]

Die Korruption auf Regierungsebene war für uns während der Interimsphase eine der grössten Herausforderungen. Im Interesse der Entwicklung unseres Landes […] ist es für uns vordringlich, die Korruption mit Eifer, Unerbittlichkeit und Engagement zu bekämpfen. Als Präsident gelobe ich, alles zu tun, um dieses Krebsgeschwür zu entfernen. […]

Wir sind für den Frieden!

Trotz Jahrzehnten des Krieges und des Leidens hegt die Bevölkerung des Südsudans gegen ihre ehemaligen Mitbürger keinen Groll. Unser Volk wird mit seiner Haltung und seinen Handlungen gegenüber unseren sudanesischen Brüdern und Schwestern sowie gegenüber all unseren Nachbarn beweisen, dass wir wirklich ihre Partner für den Frieden sind und den Prinzipien guter Nachbarschaft verpflichtet sind. Wir hoffen aufrichtig, dass alle noch offenen Angelegenheiten schnell gelöst werden – und zwar auf eine Art und Weise, dass sich keine Seite ungerecht behandelt fühlt. […]

Salva Kiir bei seiner Antrittsrede CSI  

Böse Zungen Lügen strafen

Meine lieben Mitbürger: […] Euch ist zweifellos bewusst, dass unsere Verleumder uns bereits abgeschrieben haben – und zwar noch, bevor wir unsere Unabhängigkeit erklärten. Sie behaupten, dass wir in einen Bürgerkrieg hineinschlittern werden, sobald wir unsere Flagge gehisst haben. Diese Behauptung begründen sie mit dem Argument, dass wir unfähig seien, unsere Probleme im Dialog zu lösen. Sie werfen uns vor, wir würden schnell wieder Gewalt anwenden. Sie behaupten, dass unser Konzept von Demokratie und Freiheit fehlerhaft ist. Es liegt an uns, ihnen zu beweisen, dass sie sich vollständig irren! Was diese Angelegenheit betrifft, so möchte ich nochmals öffentlich eine Amnestie erklären für alle, die gegen uns aus irgendeinem Grund die Waffen ergriffen haben. Legt diese Waffen nieder und helft euren Brüdern und Schwestern beim Aufbau dieser neuen Nation mit.

Jetzt, da wir nun das sprichwörtliche politische Königtum erlangt haben, sind wir dazu berufen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um diese souveräne Nation aufrecht zu erhalten. Wir müssen uns nun auf die wirtschaftliche Entwicklung konzentrieren, denn sie stellt den Schlüssel zum Wohlstand und zur Deckung aller menschlichen Bedürfnisse dar, die das Leben lebenswert machen. […] Unser Erfolg muss an der Anzahl und Qualität geschaffener Arbeitsstellen gemessen werden. […]

 

Grosses Problem: tiefer Bildungsstand.

Korrekt wäre:
«Western Sudan Region Masalit Tribe Society Welcome Republic of South Sudan»

"Wenn ihr weint, weinen wir mit"

Lassen Sie mich abschliessend klar sagen: Während wir heute unsere Freiheit und Unabhängigkeit feiern, versichere ich der Bevölkerung von Abyei, Darfur, Südkordofan und vom Blauen Nil: Wir haben euch nicht vergessen. Wenn ihr weint, weinen wir mit; wenn ihr blutet, bluten wir mit. Heute gelobe ich euch, dass wir für alle einen gerechten Frieden finden werden. Ich werde mit meinem Bruder, Präsident al-Bashir, und der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu finden. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Die Nacht mag lang sein, doch der Tag wird sicher kommen! Und lasst mich euch sagen: Ich sehe das Licht am Ende des Tunnels. Heute wollen wir feiern, doch dann müssen wir uns sogleich an die Arbeit machen."

zum Hauptartikel: Neuer Staat Südsudan  

Landinfo, Geschichte und Nationalhymne    


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Andreas Frei

Dienstag
26. Juli 2011
12:12

Grossartig! Die Rede des neuen Präsidenten macht Mut. Andere Staatschef sollten sich ihn zum Vorbild nehmen.


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