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Sudan / Südsudan 

Ziegen sichern Überleben


Mittwoch, 21. Dezember 2011

CSI hat mit Ihrer Hilfe bereits über 100 000 Sklaven befreien können. Uns ist es wichtig, dass die mittellosen Befreiten so schnell wie möglich wieder eine eigene Existenz aufbauen können.

Befreite Sklavinnen mit CSI-USA-Mitarbeiterin Pfr. Heidi McGinness CSI  

gw. 412 ehemalige Sklavinnen und Sklaven sitzen regungslos unter einem ausladenden Tamarindenbaum. Was wird mit ihnen geschehen? Ihr einziger Besitz sind buntgemusterte Kleidungsstücke und ein paar zerschlissene Sandalen. Nicht einer von ihnen hat in den langen Jahren der Sklaverei einmal ein Geschenk erhalten, gute Tage waren nur die, an denen es keine Prügel gab. «Das gehört mir?» Noch vor Sonnenuntergang dreht jeder dieser Menschen den vielleicht ersten Besitz seines Lebens in den Händen, Kochtöpfe, einen Wasserbehälter und eine Handsichel. Ungläubig staunend streichen dunkle Hände über Wolldecken, Mückennetze und Blachen.

Existenzgrundlage für Sklaven

In einiger Entfernung wartet ein weiteres Geschenk, ein lebendiges! 120 Ziegen zerren an ihren Stricken. Für die Hüter ist es gar nicht so einfach, die zappligen Tiere alle zusammenzuhalten! Es braucht viel Platz, sie alle unterzubringen, sie knabbern hier am Gras, verstecken sich dort hinter Büschen – schliesslich erhält jede befreite Sklavin ihre eigene Ziege.

Im Sudan wird mit einer Ziege der Grundstein für eine eigene Existenz gelegt. Sie schenkt seinem Besitzer täglich etwa einen Liter Milch. Noch wichtiger, Ziegen vermehren sich. Einige der Tiere, die heute verteilt werden, sind trächtig, in den kommenden Jahren werden sich ihre neuen Besitzer über eine ganze Herde freuen können.

Wir freuen uns mit den Sklaven. Jetzt werden noch mehrere Tonnen Hirsegetreide auf eine am Boden ausgebreitete Plastikblache ausgeleert. Jeder Befreite erhält eine Ration von fünf bis zehn Kilogramm – was jeder Person eine Lebensmittelstarthilfe von etwa zwei Wochen gibt. Der CSI-Startsack enthält noch andere Hilfsmittel für den weiteren Lebensweg, zum Beispiel Angelhaken. Wenn das Hirsegetreide aufgebraucht ist, müssen sie sich selber ernähren, von Blättern, Insekten und Würmern, vom Verkauf von gesammeltem Brennholz und geflochtenen Strohmatten, von Hilfsarbeiten wie Wassertragen oder Mithilfe bei der Ernte.

Ziegen als Lebensversicherung

Nach der Gruppe Sklaven im Dezember 2011 soll Ende Januar 2012 schon eine weitere folgen. Für die beiden Sklavenbefreiungen müssen mehrere hundert Ziegen besorgt werden, in Marktstädten wie Aweil, Warawar und Mangar Ater. Einheimische Viehhüter sind rekrutiert worden, die dafür sorgen, dass sich die richtige Anzahl Tiere am Befreiungstag in der Nähe befindet. Sie werden in Gruppen von 50 gehalten, um das Verlustrisiko bei übertragbaren Tierseuchen in Grenzen zu halten. Dazu sind die Tiere geimpft, ihr Gesundheitszustand wird von James Garang, einem einheimischen Veterinär kontrolliert. «Ziegen und Kühe», sagt James, dessen Dorf vor 26 Jahren von Angreifern aus dem Norden dem Erdboden gleichgemacht wurde, «sind die Lebensversicherung unseres Volkes».

«Eine Ziege für die alte Ziege»

Veterinär J. Garang impft Ziegen; E. Ratner hilft   

Ellen Ratner, eine US-Journalistin, die CSI auf den Südsudanreisen regelmässig begleitet, hatte eine besondere Idee, um Geld für dieses Projekt zu sammeln: Zum Geburtstag forderte sie ihre Freunde auf, eine Ziege zu spenden, anstatt sie zu beschenken. Dafür hat sie eigens eine Website aufgebaut: «Eine Ziege für die alte Ziege», nennt sie ihre Aktion. Mit der alten Ziege meint sie sich selbst, immerhin ist die Amerikanerin im Frühjahr 60 geworden. Das hält sie aber nicht davon ab, sich immer wieder vor Ort im Südsudan davon zu überzeugen, dass den Sklaven ihre Würde und die Lebensgrundlagen zurückgegeben werden, auf die sie so viele Jahre verzichten mussten.

 Website von Ellen Ratner  (Englisch)

Kreuz aus dem Südsudan

Wir erhielten kürzlich wieder neue Holzkreuze. Diese werden im Südsudan handgefertigt und dann von uns in der Schweiz, in Deutschland und in den USA verschickt. Einige Südsudanesen können so ihren Lebensunterhalt bestreiten. Mit der Bestellung eines Kreuzes helfen Sie diesen Menschen.

Spende Fr. 20.–

Grösse: 20 cm x 14 cm

hier Kreuz bestellen  


 

Mit einer Ziege schenken Sie einer ehemaligen Sklavenfamilie eine neue Existenz.

Fr. 

50.–

Kosten für eine Ziege

Fr. 

100.–

Kosten für eine Ziege und die Befreiung eines Sklaven

Fr. 

150.–

Kosten für die Befreiung und medizinische Erstversorgung von zwei Sklaven

Fr.  .–   freier Betrag

per Einzahlungsschein oder online



Verantwortlicher Umgang mit Spendengeldern  


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