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Usbekistan

Geographische Angaben

Fläche

447'400 km²
11 mal so gross wie die Schweiz (41'293 km²)

Einwohner

25,1 Mio
3 mal mehr als in der Schweiz (7,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

56 Einwohner/km²
3 mal kleiner als in der Schweiz (177)

Bruttosozialprodukt

660 SFR
70 mal tiefer als in der Schweiz (45'996 SFR)

Religionsangehörigkeit

Orthodoxe

  9%

Muslime

88%

Sonstige

  3%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Teilweise schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Usbekistan 

Land-Info 

Gefängnis wegen christlichem Ferienlager?

Drei Christen haben in Usbekistan ein christliches Ferienlager für 500 Kinder organisiert. Mit haltlosen Vorwürfen versuchen die Behörden ihre repressive Religionspolitik durchzusetzen und verurteilen drei Christen zu mehr­jähriger Haft und hohen Bussen.

Dmitri Pitirimov und seine Frau in glücklicheren Tagen. UECBR  

ms. In der Schweiz ist es kein Problem, wenn eine christliche Kirche ein Ferienlager für Kinder organisiert. Ganz anders in Usbekistan: Die drei Baptisten Pavel Peichev, Dmitri Pitirimov und Yelena Kurbatova organisierten auch dieses Jahr wieder ein Sommerlager, an dem 500 Kinder teilnahmen. Wie in jeder Kirche üblich, gehörte auch Religionsunterricht zum Programm.

Drei Jahre Haft?

Jetzt droht den Organisatoren des Sommerlagers ein Gerichtsverfahren. Aber offenbar ist es den islamischen Behörden nicht ganz wohl dabei. Sie verheimlichen den Gerichtstermin und verweigern den Journalisten Interviews zu diesem Fall. Die Anklage lautet: Steuerhinterziehung, Verletzung von feuerpolizeilichen Vorschriften sowie die religiöse Unterweisung von Kindern gegen den Willen der Eltern. Dafür sieht das Gesetz von Usbekistan drakonische Strafen vor. Der Richter kann Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren und für einheimische Verhältnisse hohe Bussen aussprechen. Er kann ausserdem anordnen, dass der Besitz der Kirche enteignet wird.

Für Dmitri Pitirimov, Leiter des Ferienlagers, ist die Anklage haltlos. Dieses Beispiel zeigt die repressive Religionspolitik in Usbekistan. Vor allem die Freikirchen werden diskriminiert. Zudem hätten sämtliche Eltern schriftlich ihr Einverständnis gegeben, dass die Kinder dem Religionsunterricht beiwohnen dürfen. Aufgrund dieser Dokumente könne von unfreiwilligem Religionsunterricht keine Rede sein.

Die Presseagentur “Forum 18” versuchte Begzot Kadyrov, den Vorsitzenden des staatlichen Büros für religiöse Angelegenheiten, sowie den Staatsanwalt auf die Ungereimtheiten in der Anklage anzusprechen. Die Behörden verweigerten jedoch Interviewtermine.

Bitte verlangen Sie, dass die Anklage fallengelassen wird!

Mail


Staatshörigkeit gefordert


Usbekistan wird vom Diktator Islam Karimov regiert. Er anerkennt nur religiöse Gruppierungen, die sich der staatlichen Diktatur völlig unterordnen. Dazu gehört die russisch-orthodoxe Kirche, die schon immer eng mit dem Staat zusammenarbeitete. Auch staatshörige islamische Gruppen zählen zu den Privilegierten des Regimes. Wer der Gewaltherrschaft nicht absoluten Gehorsam leistet, wird verfolgt.


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