Bewohner von West Papua werden zunehmend unterdrückt

Die Lage in der mehrheitlich von Christen bewohnten Region West Papua spitzt sich zu. Seit die einheimische Befreiungsarmee TPNPB von der indonesischen Regierung zur «Terrorgruppe» erklärt wurde, fürchten sich die Zivilisten noch mehr vor Repressionen des Militärs. CSI unterstützt die Menschenrechtsarbeit von örtlichen Kirchen.

12_westpapua1

Ende April wurde in Puncak im zentralen Hochland bei einer Schiesserei zwischen dem Militär und der TPNPB (West Papua National Liberation Army) ein hochrangiger indonesischer Polizeichef getötet. Präsident Joko Widodo erklärte daraufhin die TPNPB zur Terrorgruppe. Er entsandte hunderte weitere Soldaten nach West Papua mit dem Befehl, alle Rebellen zu verfolgen und zu verhaften. Der Vorsitzende des indonesischen Parlaments, Bambang Soesatyo, forderte die Regierung auf, die Rebellen zu vernichten. «Über Menschenrechte können wir später sprechen», meinte er höhnisch.

Journalisten, die Kirche und Menschenrechtsaktivisten in West Papua sind besorgt. Die bewaffneten Gruppen in West Papua als Terroristen zu bezeichnen sei ein weiterer Versuch der Regierung, die Stimmen der Einheimischen, welche Gerechtigkeit fordern, zum Schweigen zu bringen. Besonders deutlich wird der katholische Priester John Dionga: «Das Militär kann so jeden töten, den es als Rebellen verdächtigt.»

Im Regierungsbezirk Puncak sind schon tausende von Menschen in den umliegenden Dschungel geflohen. Das Militär hat die Kontrolle von mehreren Krankenstationen und Schulen an sich gerissen. Zivilisten werden grundlos verhaftet und verhört.

Menschenrechte stärken

Um die Kirche für den sozialen Dienst und die Menschenrechtsarbeit zu stärken, unterstützt CSI den Ausbau des Sekretariats «Zentrum für Menschenrechts-, Sozial- und Pastoralstudien» in der Hauptstadt Jayapura. Dadurch wird die Kommunikation mit lokalen Kirchenverantwortlichen und Freiwilligen gestärkt. Zudem hilft ihnen diese Anlaufstelle, Informationen über die Menschenrechtslage in allen Regionen zu erhalten und weiterzugeben.

Ferner führten die einheimischen CSI-Partner als Reaktion auf die unsichere Lage in Jayapura ein Seminar über die gegenwärtigen Unruhen in West Papuas Hochland durch. Mitglieder diverser Kirchen sowie Vertreter der Vereinigung «Papuan People’s Council» und Journalisten nahmen daran teil.

Am Schluss wurde unter anderem eine Medienmitteilung mit den wichtigsten Ergebnissen des Seminars versendet. Dies war ein wichtiger Schritt. Denn für Journalisten wird es immer schwieriger, nach West Papua einzureisen und unabhängige Berichte zu verfassen. Zudem wird auch das Internet häufig lahmgelegt. 

CSI wird in West Papua weitere Seminare unterstützen, um die Kirche zu stärken und die Menschenrechte zu verbessern.

Projektleiterin Indonesien
Quelle: The Sydney Morning Herald

 

Ihr Kommentar zum Artikel

Wir freuen uns, wenn Sie hierzu eine Rückmeldung oder Ergänzung haben. Themenfremde, beschimpfende oder respektlose Kommentare werden gelöscht.

Kommentar erfolgreich abgesendet.

Der Kommentar wurde erfolgreich abgesendet, sobald er von einem Administrator verifiziert wurde, wird er hier angezeigt.