Fulani-Islamisten greifen sein Dorf zum zweiten Mal an

Linus Akau ist der Verzweiflung nahe: Am 26. September 2021 attackierten Fulani-Islamisten sein Dorf zum zweiten Mal. Nach dem erneuten Überfall steht seine Familie vor dem Nichts. Die Angreifer brannten ihr Haus nieder. Dennoch ist Akau dankbar, dass niemand von seiner Familie zu Schaden kam, abgesehen von seiner Schussverletzung.

Linus Akau erlitt beim Angriff der Fulani-Islamisten Schusswunden am rechten Bein. csi

Zusammen mit seiner Frau und den fünf Kindern lebt der 38-jährige Linus Akau in Madamai im zentralnigerianischen Bundesstaat Kaduna. Noch bis vor wenigen Jahren hätten sie als Christen nie Unstimmigkeiten mit den muslimischen Fulani gehabt. Doch seit sich etliche Fulani radikalisiert haben, können sich Nichtmuslime in Kaduna nicht mehr sicher fühlen.

Nachdem Madamai bereits am 15. August 2021 von Fulani-Extremisten überfallen worden war und fünf Bewohner getötet wurden, wuchs die Furcht der christlichen Dorfbevölkerung vor einem weiteren Angriff. Ihre Angst war leider berechtigt: Am 26. September 2021 stürmten etwa 100 bewaffnete Islamisten auf Madamai los. Sie eröffneten sogleich das Feuer und brannten mehrere Häuser nieder. Den Bewohnern blieb nichts anderes übrig, als sich Hals über Kopf in Sicherheit zu bringen.

Auch Linus Akau musste fliehen. «Während ich davonrannte, wurde mein rechtes Bein von zwei Gewehrkugeln getroffen. Wie durch ein Wunder schaffte ich es, zu entkommen», schildert er die bangen Momente.

Am nächsten Tag wurde Akau ins Spital der nächstgrösseren Ortschaft Nakowa gebracht. Den Ärzten gelang es, die Kugeln rechtzeitig aus seinem Bein zu entfernen. CSI übernahm einen grossen Teil der Spitalkosten und versorgte seine Familie in der schwierigsten Zeit mit Nahrungsmitteln. Darüber ist der 38-Jährige erleichtert: «Ich danke Gott, dass ausser mir niemand verletzt oder gar getötet wurde.»

Doch sein Haus wurde von den Fulani-Nomaden niedergebrannt. «All unsere Habseligkeiten und Lebensmittel fielen den Flammen zum Opfer.»

Ungewisse Zukunft

Mit Sorgenfalten im Gesicht blickt Linus Akau der ungewissen Zukunft entgegen. «Am meisten beunruhigt uns, dass die Regierung uns nicht schützt und nichts für unsere Sicherheit unternimmt. Wir werden völlig alleingelassen», sagt er betrübt. Aus Angst vor weiteren Übergriffen haben viele christliche Bewohner Madamai verlassen und in Nachbardörfern oder bei Verwandten Zuflucht gesucht.

Bei aller Furcht und Sorge dankt Akau den CSI-Partnern, dass sie ihm während der Krise zur Seite gestanden haben.

Reto Baliarda

Linus Akau erlitt beim Angriff der Fulani-Islamisten Schusswunden am rechten Bein. csi
Linus Akau erlitt beim Angriff der Fulani-Islamisten Schusswunden am rechten Bein. csi
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