Nach brutaler Attacke – Christin erleidet Fehlgeburt

Eine äusserst verwerfliche Brutalität: Bei einem religiös motivierten Übergriff in Madhya Pradesh wurde eine schwangere Christin derart heftig geschlagen und getreten, dass sie ihr ungeborenes Kind verlor. Trotz Widerstand setzen sich die CSI-Partner dafür ein, dass die Täter bestraft werden.

Seit Modis Amtsantritt geraten Christen in Indien zunehmend unter Druck (csi)

Vom Mob belästigt

Dass Frauen bei religiös motivierten Angriffen in Indien nicht verschont werden, ist leider eine weit verbreitete Tatsache. Doch dieser Vorfall wühlt besonders auf:

Ein Mob von über 50 Hindu-Extremisten griff in Barwani im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh am 31. Dezember 2020 zwölf Christen an, die sich zum Gebet in einem Haus versammelt hatten. Die Christen, mehrheitlich Frauen, wurden vom Mob belästigt und misshandelt. Die Angreifer rissen ihnen die Kleidung vom Leib.

Besonders niederträchtig gingen die Extremisten gegen Meerabehn (Name geändert) vor. Die schwangere Frau wurde zu Boden gedrückt und mit dem Gesicht nach unten derart brutal getreten, dass sie das Bewusstsein verlor. Auf dem Weg ins Krankenhaus brachte sie ein totes Baby zur Welt.

Untätige Polizei

Die Opfer des Übergriffs verständigten die Polizei und forderten die Verhaftung der Täter. Doch anstatt eine Anzeige zu erstatten, stritten die Ordnungshüter sogar ab, dass es zu einer Gewalttat gekommen war. Daraufhin erdreisteten sich einige der Täter, die angegriffenen Christen religiöser Bekehrungsversuche mittels Gewalt zu beschuldigen.

Unterstützung durch CSI-Partner

Lokale Verbündete der CSI-Partner ermöglichten den attackierten Christen die medizinische Versorgung. Zudem erhielten sie Unterstützung, um eine Klage gegen die Angreifer einzureichen. «Nach mehreren Anhörungen ordnete das Gericht kürzlich ein Strafverfahren gegen die Beschuldigten an. Ebenso wird gegen die Polizeibeamten vorgegangen, die sich weigerten, die Beschwerde einzureichen», erklärt die indische Anwältin und CSI-Partnerin Chaya Kumar (Name geändert) und ergänzt: «Acht Täter sind angeklagt worden. Wir warten darauf, dass der Gerichtsbeschluss umgesetzt wird. Bisher ist jedoch noch niemand verhaftet worden.»

Meerabehn selbst geht es heute besser. Sie erholt sich allmählich und bleibt auch nach dem schrecklichen Angriff fest in ihrem Glauben. «Zum Glück müssen bei ihr keine bleibenden gesundheitlichen Schäden befürchtet werden», bemerkt Kumar erleichtert.

Gesetz spornt Extremisten an

Seit dem Inkrafttreten des Anti-Konversionsgesetzes ist im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh die Anzahl der religiös motivierten Übergriffe auf Christen massiv angestiegen. Im Vergleich zu den 19 registrierten Vorfällen antichristlicher Gewalt im Jahr 2020 waren in Madhya Pradesh in den ersten sechs Monaten von 2021 bereits 15 Überfälle auf Christen zu beklagen, so Kumar weiter. Das Anti-Konversionsgesetz verlangt, dass jeder Religionswechsel offiziell gemeldet wird. Ein Wechsel vom Hinduismus zu einer anderen Religion wird jedoch von den zuständigen Behörden häufig verweigert.

Oft wird dieses Gesetz dazu missbraucht, um Übergriffe auf Minderheiten zu rechtfertigen. Ein christlicher Leiter in Madhya Pradesh berichtet: «Wenn Christen zusammen beten oder auch nur einen Geburtstag feiern, nutzen dies religiöse Extremisten, um Bekehrungsvorwürfe durch Gewalt, Betrug oder Verführung zu erheben.»

Kumar betont indes: «Niemand sollte wegen seines Glaubens angegriffen werden. Die indische Verfassung schützt die Religionsfreiheit für alle Menschen.» Verbündete Anwälte haben beim Obergericht von Madhya Pradesh eine Petition eingereicht, die die Vereinbarkeit des Anti-Konversionsgesetzes mit der Verfassung anzweifelt.

Reto Baliarda

 

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