Christliche Studentin auf dem Unigelände erschlagen und verbrannt!

Abscheuliche Tat auf einem Schulgelände in der nordwestnigerianischen Stadt Sokoto: Die christliche Studentin Deborah Emmanuel Yakubu wurde von muslimischen Kommilitonen wegen angeblicher Blasphemie gesteinigt und verbrannt.

Studentin Deborah Yakubu: Auf dem Campus erschlagen und verbrannt. csi/zvg/facebook

Studentin Deborah Yakubu: Auf dem Campus erschlagen und verbrannt. Fotos: csi/zvg/facebook

Deborah Emmanuel Yakubu studierte an der Shehu Shagari Hochschule für Bildung in Sokoto in Westnigeria. Am 12. Mai wurde sie von Mitstudenten aus ihrem Zimmer auf dem Unicampus gezerrt, mit Stöcken und Steinen zu Tode geprügelt und anschliessend verbrannt. Von dieser abscheulichen Tat kursieren Videos. Auf einem Video rühmt sich ein junger Muslim, Deborah getötet zu haben, weil sie angeblich den Propheten Mohammed beleidigt habe. Auf einem Tatvideo sind «Allahu akbar!»-Rufe zu hören. Der Polizeisprecher in Sokoto, Sanusi Abubakar, bestätigte das Verbrechen. Zwei der Täter wurden festgenommen. Die Schule bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Deborah Yakubu bekannte sich offen zu Jesus

David Ayuba Azzaman ist Pastor der King Worship Chapel and Ministries in Kaduna. Gegenüber «Morning Star News» äusserte Azzaman Details zur Schreckenstat. Deborah habe die Annäherungsversuche eines muslimischen Mitstudenten zurückgewiesen. Daraufhin habe sie dieser der Lästerung Mohammeds beschuldigt. Deborah Yakubu leitete die christliche Studentenvereinigung auf dem Campus. In einem Klassenchat hatte sie sich beschwert, in der Schule würden die Christen gegenüber muslimischen Studierenden diskriminiert. Lokale Medien meldeten, einmal habe Deborah per WhatsApp mitgeteilt, dass sie ihre Prüfungen dank der Hilfe von Jesus Christus bestanden habe. Aufforderungen von muslimischer Seite, diese Aussage zurückzuziehen, habe sie konsequent abgewiesen. Deborah Yakubu war Mitglied der Evangelical Church Winning All (ECWA).

Aufruf zum Gebet

Die Hausa Christians Foundation (HACFO) rief in einer Presseerklärung zum Gebet auf: «Beten Sie für Deborahs Familie und die Gemeinschaft christlicher Studenten (FCS) und bitten Sie Gott um Sicherheit für die Christen auf dem Campus und in der Stadt.» Sokoto ist eine vorwiegend muslimische Region. Die Stadt ist Sitz des Sultans. Dieser verurteilte den Mord an Deborah Yakubu. Auch der römisch-katholische Priester Kelvin Ugwu äusserte Entsetzen und fragte: «Warum passiert so etwas immer wieder? Welcher Teil unserer Verfassung lässt dies zu? Wann werden wir Gespräche führen, um diesem Übel ein Ende zu setzen?“

Extremisten stecken Kirche in Brand

Am Samstag, 14. Mai, wurden die sterblichen Überreste von Deborah Yakubu in ihrem Heimatort Tunga Magajiya beigesetzt. Der Onkel der Toten und Pastor der Evangelical Church Winning All (ECWA) hielt die Abdankung. Am Tag darauf gingen islamische Extremisten auf die Strasse und protestierten gegen die Verhaftung von zwei mutmasslichen Tätern. Dabei griffen sie das Haus eines Bischofs an und steckten das Gebäude der Evangelical Church Winning All in Brand.

CSI fordert zum Handeln auf

Seit Jahren prangert Christian Solidarity International (CSI) die zunehmende Gewalt gegen Christen in Nigeria an. Täglich werden Christen in diesem afrikanischen Staat attackiert. Über die englischsprachige Webseite nigeria-report berichtet die christliche Menschenrechtsorganisation laufend über aktuelle Entwicklungen. CSI hilft Opfern von Gewalt und wendet sich mit Protestnoten an die Regierung. Zuständig für die Menschenrechtsarbeit von CSI in Nigeria ist Dr. Franklyne Ogbunwezeh. Schon im Januar 2020 warnte CSI vor einer wachsenden Gewalt gegen Christen, gemässigte Muslime und Angehörige anderer Religionen. Sie werden von militanten Islamisten im Norden und in zentralen Gebieten Nigerias als «Ungläubige» eingestuft. Die Zahl der in Nigeria wegen ihres Glaubens getöteten Christen wächst in Nigeria seit Jahren an. Die zunehmende dschihadistische Gewalt droht inzwischen nicht nur Nigeria, sondern ganz Westafrika zu destabilisieren. Schnelle und griffige Massnahmen seitens der internationalen Gemeinschaft sind dringend erforderlich. 
Rolf Höneisen

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