Zwangsverheiratete Christin nach zweieinhalb Jahren befreit

Mehak Afzal wurde im Juni 2021 von einem älteren Muslim verschleppt und zwangsverheiratet. Die Entführung setzte ihrem Vater so sehr zu, dass er psychisch erkrankte. CSI hatte die Familie im Februar 2023 in Pakistan besucht. Zweieinhalb Jahre nach der Entführung kann sich die heute 15-jährige Christin selbst befreien.

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Die Begegnung der CSI-Vertreter aus der Schweiz mit Mehaks Mutter Kiran und Bruder Hamza fand im Februar 2023 im CSI-Schutzhaus für gerettete Mädchen statt. Zu diesem Zeitpunkt war Mehak noch in den Händen ihres Entführers und aufgezwungenen «Ehemanns».

Gleich zu Beginn des Treffens bedankte sich die neunfache Mutter für die Finanzierung des Rechtsbeistands, die CSI seit 2022 für die schwer geprüfte Familie leistet. «Vielen Dank auch, dass ihr meiner Familie bei der Gründung eines Nähunternehmens unterstützt und ein Motorrad für die Fahrten zu den Gerichtsterminen zur Verfügung gestellt habt», so Kiran weiter.

Gleichwohl überwiegte bei Kiran die tiefe Trauer über das Verschwinden ihrer geliebten Tochter. Seit jenem verhängnisvollen Tag hatte sie Mehak nicht mehr gesehen.

Schon vorher belästigt

Zwar hatte sich das Unheil nicht direkt angekündigt. Doch Kiran hatte sich seit längerem Sorgen um Mehak gemacht. Mehrmals hatte sie ein unbekannter Muslim auf dem Weg zur Schule belästigt. «Aus Angst vor einer Entführung musste ich meine Tochter dazu überreden, nicht mehr in die Schule zu gehen, was mir gar nicht leicht fiel», erklärt Kiran.

Doch selbst diese einschneidende Massnahme konnte Mehak nicht schützen. Als Kiran an einem Abend im Juni 2021 einen Arzttermin hat, muss sie Mehak und ihre drei jüngeren Schwestern allein zuhause lassen. Irgendwie muss der Peiniger von diesem günstigen Moment erfahren haben. Zusammen mit zwei Brüdern und seiner Mutter dringen sie in Kirans Wohnung ein und zerren Mehak heraus. Kurz darauf wird das entführte Mädchen zum Islam genötigt und mit dem muslimischen Entführer zwangsvermählt.

Schwerwiegende Folgen

Als Kiran nach Hause zurückkehrt und mit Schrecken erfahren muss, was geschehen ist, alarmiert sie mit Sohn Hamza die Polizei. «Doch meine Tochter war nirgends zu finden.» Vor allem Vater Afzal leidet unter Mehaks Verschwinden. Zwei Tage lang sucht er ununterbrochen seine Tochter. «Wo ist sie? Wo ist sie?» ruft er immer wieder verzweifelt. Afzal erleidet einen psychischen Zusammenbruch und verliert zeitweise gar sein Augenlicht. Er erholt sich nur zögerlich und kann wegen der psychischen Erkrankung nicht mehr arbeiten.

Mehaks Entführung hat auch Folgen für ihre zwei älteren Schwestern. Aus Angst, dass auch ihnen etwas zustossen könnte, bleiben sie fortan der Schule fern.

Besonders tragisch: Die Polizei wird in Kenntnis gesetzt, wer der Entführer ist. Das zuständige Gericht stellt einen Haftbefehl aus. Doch die muslimischen Polizisten weigern sich, den Täter festzunehmen. Vergeblich fleht Mehaks Familie sie monatelang immer wieder um Hilfe.

Mit Mehak telefoniert

Die Eltern wissen zwar, wo ihre Tochter lebt, doch sich dem Haus zu nähern ist zu gefährlich. CSI unterstützt die Familie seit 2022 mit einem Anwalt. Seitdem war es hie und da möglich, Mehak telefonisch zu kontaktieren und sie zu trösten. Zudem erhielt sie die Gewissheit, dass ihre Eltern ausser Gefahr sind und die Familie zu Hause auf sie wartet.

Dann die erlösende Nachricht Unmittelbar vor Weihnachten am 23. Dezember 2023: Mehak hat sich von den Fängen ihres Peinigers selbst befreien können und schafft es, auf eigene Faust nach Hause zurückzukehren. Dort ist es jedoch nicht sicher, denn es besteht die Gefahr, dass der Entführer sie zurückholt. CSI-Partner Anjum leitet alles in die Wege, damit Mehak und ihre Familie an einem Ort unterkommen können.

Mutter und Tochter bedanken sich

CSI leistet für die Familie Afzal weiterhin juristische Hilfe, damit die erzwungene Heirat vor Gericht annulliert wird. Kiran ist überglücklich: «Täglich beteten wir zu Gott, dass Mehak wieder bei uns sein kann. Wir wussten, dass für Gott nichts unmöglich ist. Nun ist meine entführte Tochter wieder zurückgekehrt. Wir sind CSI sehr dankbar für die rechtliche und finanzielle Hilfe. Unsere Tochter ist zurück!»

Mehak leidet immer noch unter dem Trauma der jahrelangen Gefangenschaft. Gleichwohl spricht sie mit einem Lächeln ihren Dank aus: «Ich wurde entführt und zwangsverheiratet. Unter schweren Drohungen wurde ich gezwungen, den Islam anzunehmen. Welch ein Glück, dass ich jetzt wieder bei Vater und Mutter bin. Ich bin CSI so dankbar für die Hilfe.»

Reto Baliarda

Zwangsverheiratete pakistanische Christin nach zweieinhalb Jahren befreit

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