12. April 2022

Pastor Johnny Shahwan nach 40 Tagen wieder frei – Gerichtsverhandlung am 4. Juli

Christian Solidarity International (CSI) hatte die Freilassung von Pastor Johnny Shahwan in Beit Jala bei Bethlehem gefordert. Jetzt geht es darum, dass die Anklage gegen ihn ganz fallengelassen wird. Am 23. Mai fand eine erste Gerichtsverhandlung statt. Die nächste ist auf den 4. Juli angesetzt.

Johnny und Marlene Webseite

Der palästinensische Pastor Johnny Shahwan (Beit Jala, auf dem Bild mit seiner Frau Marlene) ist am 11. April aus dem Gefängnis entlassen worden. Das berichtet seine Organisation, die DMG mit Sitz in DE-Sinsheim. Die Newsplattform «Arab News» meldete, sein Fall sei rund eine Woche zuvor dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas vorgelegt worden. Auch die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CH-Binz bei Maur) hatte sich brieflich an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) gewandt und eine sofortige Freilassung und Rehabilitation gefordert.

Vorwurf: «Nationale Gefühle untergraben»

Was ist passiert? Am 2. März 2022 wurde der Pastor und Leiter des Begegnungszentrums Beit Al Liqa, Johnny Shahwan, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Die Palästinensische Autonomiebehörde warf ihm vor, «die nationalen Gefühle untergraben und konfessionelle Unruhen geschürt» zu haben. Seither wurde Shahwans Untersuchungshaft zweimal verlängert. Die Gerichtsverhandlung wurde auf den 23. Mai angesetzt.

Foto mit einem Rabbi

Auslöser ist ein Foto, das Shahwan mit dem israelischen Reiseführer und Likud-Politiker Rabbi Yehuda Glick im Begegnungszentrum Beit Al Liqa zeigt. Weil es auf Social Media kursierte, löste es einen Entrüstungssturm unter Palästinensern aus. Einen Tag nach der Verbreitung des Fotos verhaftete die palästinensische Polizei den Zentrumsleiter. Das Begegnungszentrum Beit Al Liqa’ erklärte, die Mitarbeiter vor Ort seien sich der Identität von Glick nicht bewusst gewesen. Sie hätten ihm Einlass gewährt und er habe sich zu einer Touristengruppe gesellt.

CSI wandte sich an die PA

Christian Solidarity International verurteilte die willkürliche Verhaftung von Pastor Johnny Shahwan. Per Brief hatte CSI die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) aufgefordert, Shahwan aus dem Gefängnis zu entlassen, die Anklage fallen zu lassen und sich nicht mehr in die Tätigkeit des Beit Al Liqa’-Zentrums einzumischen. Am 11. April wurde Pastor Shahwan gegen Kaution freigelassen. Die Anklage bleibt vorderhand bestehen. An der Gerichtsverhandlung  vom 23. Mai wurden das Protokoll und die Anklage verlesen und Pastor Shawan konnte kurz Stellung nehmen. Nach Angaben des Gerichts werden jetzt Zeugen bestellt und Beweise gesichtet. Die Fortsetzung der Verhandlung ist auf den 4. Juli festgelegt worden. Familie und Freunde von Pastor Shahwan bitten weiterhin um Gebet. (csi/rh)

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thomas dennert
13. April 2022
Unglaublich, wenn die palästinensische Autonomiebehörde beginnt Christen zu verfolgen und Pastoren ins Gefängnis wirft, nur weil es palästinensische Pastoren sind. - Allah lässt grüssen, und das im gelobten Land! Meinungsfreiheit wo bist Du?
Lydie Ruch
19. April 2022
Bitte keine Gerichtsverhandlung für Jonnhy Shahwann. Dieses Bild wurde aus versehen gemacht, er ist unschuldig. Wir müssen zusammen Betten für ihn. Viele Grüsse und Kraft an J. Shahwann. Lydie
Jürgen Kleinloh
19. September 2022
Meine Frau und ich waren heute zufällig in Beit Jalla, als Johnny und Marlene enttäuscht vom Gericht zurückkamen. Wieder vertagt. Und doch getröstet von der heutigen Losung Psalm 103,6: Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden. Gott ist gut und er hört Gebet.
CSI
19. September 2022
Herzlichen Dank für Ihre aktuelle Information! Ja, diese Verzögerungstaktik ist ein Trauerspiel. Weil wir nicht vorpreschen wollen, wenden wir uns an die DMG mit der Bitte um aktuelle Informationen.
CSI
20. September 2022
Lieber Herr Kleinloh Hier die neueste Info und Terminankündigung im Fall von Johnny: Am 19. September wurden vor Gericht zwei von vier einberufenen Zeugen angehört und mitgeteilt, dass der Prozess bis zum 21. November weiter vertagt wird. Die DMG schreibt dazu: "Diese Vorgehensweise ist landesüblich und hat nichts mit Johnnys Fall speziell zu tun. Wir danken Gott, dass er Familie Shahwan und das Beit Al Liqa durchträgt. Danke für all Ihre Gebete!"
brigitta Pass
11. August 2023
Lieber Johnny Shawan, Gozt sei Dank, Gott erhoert Gebet, hoffentlich auch die fuer Olaf Latzel. Ich war zweimal in Ihrem Haus auf Reisen mit Helmut Jaritz und habe von Ihrer Verhaftung durch Olaf Latzel gehört. In Jesu Liebe verbunden gruesst ganz herzlich Brigitta Pass aus Wuppertal👏🏻
CSI
14. August 2023
Vielen Dank für Ihre Mitteilung. Wir schlagen vor, dass Sie diese direkt an Johnny Shahwan zur Ermutigung senden.