Papstbesuch: Pilgerreise auf den Spuren Abrahams

Vom 5. bis 8. März 2021 besuchte Papst Franziskus den Irak. Unsere Partner vor Ort von der Menschenrechtsorganisation Hammurabi schildern uns ihre Eindrücke.

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«Ich bin immer noch angetan von diesem Besuch!» ruft Pascale Warda am Telefon mit ansteckender Begeisterung. Die Präsidentin der langjährigen CSI-Partnerorganisation Hammurabi schwärmt in höchsten Tönen vom Irak-Besuch von Papst Franziskus.

Als ehemalige Ministerin hatte Pascale Warda die Ehre, zur Messe in der chaldäischen Kathedrale St. Joseph in Bagdad eingeladen zu werden: «Es war ein bewegender Moment. Ich hatte den Papst schon einmal getroffen, aber ihn im Irak zu sehen, war unglaublich!»

«Der Papst wollte, dass sein Besuch nicht nur für die Christen des Landes ist, sondern für alle Iraker. Dies ist auch richtig so», bemerkt Louis Markos Ayoub, Vizepräsident von Hammurabi. Für unsere Partner ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Christen ein integraler Bestandteil Iraks sind. Eine Isolierung würde sie nur angreifbarer machen.

«Deshalb war das Treffen mit Ayatollah Ali al-Sistani, einer der Schlüsselfiguren der Schiiten weltweit, enorm wichtig», so Pascale Warda. Es folgte ein Gipfeltreffen mit Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften Iraks in der Stadt Ur, dem Land Abrahams.

Der Papst besuchte auch Karakosch

Wenn es einen Ort gab, der auf der Reiseroute des Papstes nicht fehlen durfte, war es Karakosch, die grösste mehrheitlich christliche Stadt im Irak. «Es war eine einmalige Gelegenheit, um der Welt und den Irakern die Christen in diesem Land zu präsentieren», fügt Pascale an. Als man Karakosch Anfang März sah, war die Stadt, die der Islamische Staat 2016 nach über zwei Jahren Besetzung verwüstet zurückgelassen hatte, kaum wiederzuerkennen. Seitdem sind einige der Bewohner zurückgekehrt und haben mit dem Wiederaufbau begonnen.

«Der Besuch des Papstes ist eine starke Ermutigung, zu bleiben», bemerkt Yohanna Towaya, Hammurabi-Verantwortlicher für die Ninive-Ebene.

Hoffen auf nachhaltige Wirkung

«Durch diesen kurzen Besuch hat der Papst mehr für den Irak getan als jedes andere Staatsoberhaupt vor ihm. Er hat uns eine lebenswichtige moralische Unterstützung gegeben, während wir immer noch in einem Teufelskreis aus Gewalt und Korruption gefangen sind», schliesst Pascale. Ihr Mann William, Sprecher von Hammurabi, fügt an: «Wir hoffen, dass sein Besuch mit spürbaren Veränderungen einhergeht.»

Ermutigt durch diesen Besuch, verstärkt Hammurabi seine Integrations-Bestrebungen, damit jeder Bürger in Würde im Irak leben kann. Ihr kürzlich veröffentlichter Bericht über die Menschenrechtssituation im Irak zeigt, dass bis dorthin noch ein weiter Weg ist.

Projektleiterin Irak

 

 

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