Pastorenfamilie bleibt trotz mehrerer Übergriffe standhaft

Im Ferienparadies Sri Lanka werden Christen vor allem durch extremistische Buddhisten bedrängt und attackiert. Auch die Familie von Pastor Balasingam bekam die religiös motivierten Feindseligkeiten mehrmals zu spüren. Dank dem Einsatz der CSI-Partner vor Ort fühlt sie sich nun sicherer.

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Pastor Balasingam* ist südlich der Hauptstadt Colombo aufgewachsen. Im Jahr 2000 gründete er in seiner Heimat seine erste Kirche.

Mob von 1000 Personen

Im darauffolgenden Jahr griffen buddhistische Extremisten die kleine Kirche an und zerstörten sie. Zwar konnte die Kirche im Verlauf der nächsten Jahre wieder aufgebaut werden. Doch nur drei Tage nach der Vollendung des Baus ging ein gewalttätiger Mob von rund 1000 Ex­tremisten auf die Kirchgemeinde los. Balasingam und andere Mitglieder mussten verletzt hospitalisiert werden.

Der mutige Pastor, der mit seiner Familie viermal den Wohnort wechseln musste, hält an seinem Glauben und an seiner Kirchgemeinde fest. Dies trotz ständiger Bedrohung und weiteren teils brutalen Übergriffen. So musste er auch 2012 nach einer erneuten Attacke durch einen Mob ins Spital eingeliefert werden. Zudem versuchten radikale Buddhisten jahrelang, den Bau der Kirche per Gerichtsentscheid als illegal zu erklären.

Seit der juristischen Intervention der CSI-Partner in Sri Lanka wird die Legalität von Pastor Balasingams Kirche mit gegenwärtig rund 200 Mitgliedern kaum mehr in Frage gestellt. Und seit der durch CSI finanzierten Installation von Überwachungskameras fühlt sich seine Familie etwas sicherer.

Sein unerschütterlicher Glaube und auch seine Frau, der «starke Felsen in meinem Leben», geben dem Pastor zusätzlich Kraft. Doch die Lage bleibt angespannt. Balasingam weiss, dass seine Familie und Kirchgemeinde jederzeit von einem buddhistischen Mob wieder angegriffen werden können.

Christen nach Wahlausgang besorgt

Etwa 70 % der Bevölkerung Sri Lankas sind Buddhisten, knapp 13 % Hindus. Muslime und Christen machen etwa 10 % resp. 8 % aus. «Die Verfolgung religiöser Minderheiten hat mit der buddhistisch-singhalesischen Regierung unter dem im ­August 2020 gewählten Präsidenten Gotabaya Rajapaksa zugenommen», berichten unsere lokalen Partner.

Aufgrund dieses verstärkten religiösen Nationalismus werden auch immer mehr Menschenrechtler überwacht, schikaniert oder ohne Anklage inhaftiert. Immerhin will der Präsident nach den verheerenden Anschlägen von Ostern 2019 dem islamistischen Terror Einhalt gebieten.

Tatkräftig im Einsatz

Zusammen mit den Partnern vor Ort unterstützt CSI bedrohte religiöse Minderheiten in Sri Lanka. Nebst der juristischen Unterstützung leisten wir insbesondere medizinische und materielle Hilfe. Zudem bieten wir Schutzorte an. 

Daniel Shiller, Reto Baliarda

* Name geändert

 

 

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