Beeindruckt vom Mut verfolgter Christen

Als Studentin lernte Catherine McMillan Haueis verfolgte Christinnen kennen, die sie sehr beeindruckten. Die reformierte Pfarrerin wandte sich wegen der islamistischen Terrorangriffe auf Christen in Mosambik direkt an CSI. Heute ist sie engagiertes Mitglied des CSI-Stiftungsrats.

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CSI-Stiftungsrätin Catherine McMillan Haueis ist Reformierte Pfarrerin in Dübendorf-Schwerzenbach. csi

 

Schon als Kind war ich in der presbyterianischen Kirche aktiv. Doch in meiner früheren Heimat in Schottland und in den USA war es ganz normal, als Christ in die Kirche zu gehen. Mut hätte es eher gekostet, der Kirche fernzubleiben.

Als ich in den 1980er Jahren als Studentin nach Frankreich kam, erntete ich für meinen Glauben an Gott zum ersten Mal Kopfschütteln. Das forderte mich heraus, mich noch ehrlicher mit meinem Glauben auseinanderzusetzen.

Als Studentin lernte ich eine junge Flüchtlingsfrau aus Rumänien kennen. Sie war im Gefängnis, weil sie an einem Hausbibelkreis teilgenommen hatte. Im selben Jahr fuhr ich als Delegierte des Ökumenischen Rats der Kirchen zu einem Treffen des lutherischen Weltbunds nach Budapest, damals noch hinter dem «Eisernen Vorhang». Mein Zimmer teilte ich mit einer jungen Frau aus Siebenbürgen, die für die Teilnahme unter Lebensgefahr die Grenze überquert hatte. Ihre kleine deutsche Bibel war in den Saum ihres Mantels eingenäht. Der Mut beider Rumäninnen hat mich beeindruckt. Dass Menschen für ihren Glauben ihr Leben riskieren, war für mich neu.

Im Laufe meiner Jahre als Pfarrerin in Deutschland und der Schweiz lernte ich immer wieder Menschen kennen, die sich wegen ihrer Hinwendung zum Christentum in ihrer Heimat in Gefahr brachten. Ich denke dabei an einen jungen Iraner, einen ausgebildeten Imam. In seinem Land begegnete ihm Jesus im Traum und sagte ihm, zu wem er hinsolle, um mehr über ihn zu erfahren. Der junge Mann wurde Christ und floh in die Schweiz. Alle paar Wochen kam er bei mir vorbei, um seine Fragen zu Bibelstellen zu diskutieren und zu beten. Ich konnte nicht verstehen, dass dieser Mann einen negativen Asylentscheid erhielt, und dass die Glaubensverfolgung dabei kaum eine Rolle spielte.

Kontakt zu CSI

Über meine Tochter und ihren Mann, ein Sohn südafrikanischer Missionare in Mosambik, hörte ich von den brutalen Enthauptungen von Christen im Norden des Landes.

Ich wandte mich an CSI, die mein Anliegen aufnahm. Ich fühle mich als Christin verpflichtet, Geschwistern im Glauben beizustehen, bin aber oft überfordert.

Ich bin dankbar, dass es CSI gibt. Als gut informierte und vernetzte überkonfessionelle Organisation kann CSI viel mehr bewirken als Einzelpersonen. Sie kann besser urteilen, zuverlässige Partner finden und nachhaltige Hilfe leisten. Es gelingt CSI, der religiösen Bedrängnis ein Gesicht zu geben. Durch die Geschichten und Zeugnisse von Einzelnen können wir uns besser in sie einfühlen und uns mit den Faktoren auseinandersetzen, die zu solchen Feindseligkeiten und Grausamkeiten führen. Dann wird uns der Fremde zum Nächsten, wie im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter.

Als Stiftungsrätin hoffe ich, dass ich CSI durch meine Vernetzung in den Kirchen im In- und Ausland und als Beauftragte für Internationale Beziehungen der Zürcher Landeskirche unterstützen kann.

Catherine McMillan Haueis

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