«Unter dem geschützten Dach hervorkommen»

CSI-Stiftungsrat Christoph Schweizer war einst als Flight Attendant tätig und arbeitete gerne am Wochenende. So konnte er Gottesdienste in einem gänzlich anderen Umfeld miterleben. Der reformierte Pfarrer aus dem Zürcher Unterland erklärt auch, warum er sich bei CSI gerne engagiert.

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Verbunden mit CSI: Pfr. Christoph Schweizer, Mitglied des CSI-Stiftungsrats

Die Anfrage zu Beginn des letzten Jahres, ob ich mich als Stiftungsrat bei CSI engagieren möchte, kam überraschend. Bisher war ich solchen Anfragen gegenüber immer zurückhaltend gewesen. Dieses Mal war es anders. Ich fragte mich, weshalb.

Zum einen hatte eine Mitarbeiterin von CSI kürzlich bei uns im Gottesdienst über die Arbeit von CSI berichtet. Sie gab uns Einblick in leidvolle Lebensgeschichten und führte uns darin das beherzte Handeln von CSI vor Augen. Dies war für mich ein erster Türöffner. Zum anderen merkte ich, dass ich mehreren Personen aus dem Umfeld von CSI im Lauf meines Lebens bereits begegnet bin.

Könnte es sein, dass Gott in unserem Leben manchmal eine Spur auslegt und etwas vorbereitet, das sich erst später ganz entfalten soll? Daran glaube ich fest. Gerne habe ich darum zugesagt, mich bei CSI einzusetzen.

Ein guter Freund gab mir als jungem Pfarrer einen Satz mit auf den Weg: «Unsere Kirche hat ein weites Dach und einen Ofen.» Sie hat ein weites Dach, unter dem viele Menschen Platz finden sollen, und einen Ofen, Jesus Christus.

Die Wärme und Geborgenheit, welche der Glaube schenkt, habe ich als Kind und Jugendlicher in der Evangelischen Täufergemeinde kennengelernt. Dort erlebte ich verbindliche Gemeinschaft. Dort ist bei mir auch der Wunsch gewachsen, Pfarrer zu werden.

Das «weite Dach» erlebte ich später während meiner Zeit als Flight Attendant bei der Swissair. Da weitete sich mein Blick für andere Kulturen, Kirchen und Religionen. Oft gab ich der Disposition einen Flugwunsch für das Wochenende an. Ich hatte das Ziel, am Sonntagmorgen auf einem anderen Kontinent und in einem anderen Umfeld Gottesdienst zu feiern und Gemeinschaft zu pflegen.

Heute bin ich reformierter Pfarrer in Rorbas-Freienstein-Teufen ZH. Ich übe diesen Beruf mit Leib und Seele aus. Da geschieht es schnell, dass man es sich beim warmen Ofen unter seinesgleichen gemütlich macht. Christus ist aber wohl nicht nur ein Freund des gutbürgerlichen Lebens. Wir sind gerufen, unter dem geschützten Dach hervorzukommen und uns von Christus dorthin führen zu lassen, wo es dunkel und schwer ist.

CSI macht das und begegnet dort Menschen und Glaubensgeschwistern, für die unsere Selbstverständlichkeiten ganz weit weg sind. Da mache ich mich sehr gerne mit auf den Weg. Mir scheint, dass wir einander brauchen, je länger, desto mehr. Selbst in unseren Breitengraden erleben wir heutzutage, wie sicher geglaubte Selbstverständlichkeiten wegbrechen.

Mir gefällt bei CSI die Verbindung von Information, Öffentlichkeitsarbeit, praktischer Hilfe, politischer Menschenrechtsarbeit und konsequentem Einsatz für Religionsfreiheit. Das gilt es zu unterstützen!

Alle diese Arbeit geschieht in weltweitem Horizont und in Solidarität zu all jenen, die «unter die Räuber gefallen sind». Ihren Ursprung und ihre Grundlage hat sie darum auch in den klaren Worten Jesu, die er im Anschluss an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter äussert: «Geh auch du und handle ebenso.» (Lukas 10,37)

Christoph Schweizer, Pfarrer und Mitglied des CSI-Stiftungsrats.

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