Haben die bedrohten armenischen Christen in Berg-Karabach eine Zukunft? – So hilft CSI

Nach über 25 Jahren brüchiger Waffenruhe wurden armenische Christen in Berg-Karabach von aserbaidschanisch-türkischen Streitkräften wieder angegriffen. CSI leistet humanitäre Hilfe für vertriebene Menschen. Zudem beteiligte sich CSI aktiv an zwei Friedenskundgebungen in Zürich und in Genf. Unterschreiben Sie die Online-Petition an den Bundesrat.

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Am 27. September 2020 starteten die aserbaidschanischen Streitkräfte eine Militäroffensive auf Berg-Karabach (auf Armenisch «Arzach»), Teil des historischen Heimatlandes des armenisch-christlichen Volks. Tausende Frauen, Kinder und ältere Menschen mussten ihre Häuser fluchtartig verlassen und in Armenien Schutz suchen. Die meisten jungen Männer in Berg-Karabach waren aufgerufen worden, ihre Heimat zu verteidigen.

Wie weiter?

Bei ihren Angriffen auf die Armenier in Berg-Karabach konnte die aserbaidschanische Armee auf die Unterstützung der Türkei und islamistischen Rebellen aus Syrien zählen. Viele der betroffenen armenischen Christen sind Nachkommen von Überlebenden des Völkermords in der Türkei vor etwas mehr als 100 Jahren. Dieser Genozid an den Armeniern geht heute auf Raten weiter. Bereits zweimal sah sich CSI in der Verantwortung, auf die religiöse Säuberung gegen christliche Armenier durch islamistische Fanatiker zu reagieren; zuerst in Berg-Karabach Anfang der 1990er Jahre und vor wenigen Jahren in der syrischen Stadt Aleppo. In beiden Fällen haben CSI-Geschäftsführer Dr. John Eibner und Kollegen von ihm persönlich den Opfern lebensrettende Hilfe gebracht. «Ebenso haben wir für die bedrohten Christen im Krisengebiet unsere Stimme in der Öffentlichkeit erhoben», so Eibner.

Nach den mehrwöchigen Angriffen der letzten Monate mit über 1000 Todesopfern und dem durch Russlands Intervention vereinbarten Waffenstillstand ist es unklar, wie die Zukunft der armenischen Christen in Berg-Karabach aussieht.

CSI-Hilfe für Vertriebene

Dank der Partner in der armenischen Hauptstadt Jerewan hat CSI wiederum schnelle Hilfe für die gefährdeten Menschen aus Berg-Karabach geleistet. Vor Ort wurden Nahrungsmittel, warme Winterkleider und Heizöl verteilt. Zudem setzten die Verantwortlichen alles daran, die zu tausenden geflohenen Menschen in Notunterkünften unterzubringen. Diese Nothilfe kam auch der Familie Mkrtichyan aus Schuscha zu Gute. Sie wurde am frühen Morgen des 27. Septembers durch die aserbaidschanische Bombardierung aufgeschreckt. In Todesangst liess die Familie all ihre Habseligkeiten zurück und floh mit dem Auto nach Armenien. Während der gefährlichen Flucht betete sie ununterbrochen, um dem Bombenhagel zu entrinnen. Der Ehemann von Sona Mkrtichyan blieb in Bergkarabach, um für seine Heimat zu kämpfen.

John Eibner sprach an der Kundgebung in Zürich

Der aserbaidschanisch-türkische Angriff auf Berg-Karabach hatte auch die Armenier in der Schweiz bewegt. Am 8. Oktober 2020 versammelten sich rund 150 Personen zu einer Kundgebung auf dem Zürcher Paradeplatz. Mit grossen Bannern machten sie auf das Leiden der Armenier in Berg-Karabach aufmerksam oder verteilten Info-Flyer an die Passanten. Petrosyan*, einer der verantwortlichen Organisatoren, warnte vor einer humanitären Katastrophe, falls Berg-Karabach in aserbaidschanische Hände fallen würde. «Dann werden alle Armenier dort aus ihrer Heimat gewaltsam vertrieben», ist er überzeugt. Zu den eingeladenen Ehrengästen der Kundgebung gehörte auch Dr. John Eibner. Der CSI-Geschäftsführer mahnte unmissverständlich: «Einen weiteren Genozid gegen die Armenier darf es nicht geben!» Eibner forderte die Schweizer Regierung auf, sich für den Schutz der Opfer in Berg-Karabach einzusetzen. Schliesslich sicherte er den anwesenden Armeniern die Unterstützung von CSI zu.

Genf: Kundgebung mit über 500 Personen

In Genf nahmen am 16. Oktober 2020 über 500 Armenier und Verbündete an einer friedlichen Protestaktion gegen die türkisch-aserbaidschanischen Angriffe teil. Die Demonstranten versammelten sich vor dem historischen Palais Wilson, dem ersten Hauptquartier des Völkerbundes. Viele hielten die rot-blau-orange armenische Flagge sowie die Flagge Berg-Karabachs, die identisch ist, aber zusätzlich von einem weissen Dreieck überlagert wird. Auch trugen sie Gesichtsmasken, um sich vor dem Coronavirus zu schützen.

CSI gehörte zu den offiziellen Unterstützern der Kundgebung und war mit Kommunikationsleiter Joel Veldkamp vor Ort. Dabei sprach er auch mit Gianna* aus Genf. Sie zeigte sich beunruhigt über die «Ignoranz», die in vielen Diskussionen über Berg-Karabach vorherrsche. Zu oft, sagt sie, «ignorieren Wissenschaftler, die in den Medien über den Fall sprechen, die Stimmen der Menschen aus Berg-Karabach.» Gerechtigkeit verlange von der internationalen Gemeinschaft, «Minderheiten zu schützen und ihr Recht auf Selbstbestimmung zu respektieren.»

Reto Baliarda | Joel Veldkamp

Hier können Sie die Petition an Bundesrat Ignazio Cassis unterschreiben.

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