Die Schweiz muss sich für das Selbstbestimmungsrecht von Berg-Karabach einsetzen

CSI begrüsst die Haltung der Schweiz, die sich zuspitzende Krise um die 120‘000 Bewohner in Berg-Karabach genau zu verfolgen und sich aktiv für eine friedliche und nachhaltige Lösung einzusetzen. Doch um dieses Ziel zu erreichen, muss sich die Schweiz für ein Recht auf Selbstbestimmung der Karabach-Armenier stark machen.

Kloster Geghark

Das Kloster Geghark zeugt von der jahrhundertelangen christlichen Geschichte in Berg-Karabach. csi

 

In einem Antwortschreiben an Bundesrat Ignazio Cassis auf dessen Brief vom 1. Juni  bedankt sich Christian Solidarity International (CSI), dass er und das EDA die Sorge um die Bevölkerung von Berg-Karabach teilen und die Blockade des Latchin-Korridors durch Aserbaidschan als „ernstzunehmende Zuspitzung der Krise“ einordnen. Sehr zu begrüssen sei auch die Bereitschaft der Schweiz, sich aktiv in die Bemühungen des UNO-Sicherheitsrats zur Stabilisierung der Lage im Südkaukasus einzubringen, sollte sich dazu die Gelegenheit bieten.

Die Karabach-Armenier brauchen ein Recht auf Selbstbestimmung

Weil Bundesrat Cassis aber nicht auf die von CSI genannten konkreten Punkte eingeht, appelliert die christliche Menschenrechtsorganisation in ihrer Antwort noch einmal daran, was zentral ist, um Schlimmes zu verhindern: „Setzen Sie sich für das Selbstbestimmungsrecht der Einwohner von Berg-Karabach ein. Tut die Schweiz das nicht – und nach Ihrer Antwort ist dies leider zu erwarten – dann folgt sie dem Ansinnen von Aserbaidschan, dessen autokratische Regierung zwar genauso vom Schutz der Minderheiten spricht, das Selbstbestimmungsrecht jedoch bewusst unter den Teppich kehrt.“ CSI warnt: „Dieser Weg wird die Zivilbevölkerung nicht schützen, sondern den Prozess der ethnischen und religiösen Säuberung im Südkaukasus fördern.“

Jetzt braucht es Mut

Jetzt braucht es den Mut, der laufenden Entwicklung entgegenzutreten.  Dass die Schweiz diesen Mut aufbringt, darauf hoffen 120‘000 Karabach-Armenier. Sie wissen, dass der beste Schutz für sie in der Anerkennung ihres Selbstbestimmungsrechts liegt. Es ist offensichtlich, dass die Schutzversprechen der ultra-nationalistischen, aserbaidschanisch-türkischen Diktatur in Baku illusorisch sind.

Was, wenn ein Flüchtlingsstrom kommt?

Was, wenn die Lage im Südkaukasus eskaliert und es zu einem Vernichtungskrieg und vielen Flüchtlingen kommt? Angesichts dieses Szenarios fragt CSI Bundesrat Cassis, was die Schweiz bei einem Flüchtlingsstrom aus Berg-Karabach unternehmen würde, um den Vertriebenen bestmöglich zu helfen.

Rolf Höneisen

Bundesrat Ignazio Cassis
Bundesrat Ignazio Cassis: "Die Sicherheitslage im Südkaukasus - insbesondere an der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan sowie entlang des Latchin-Korridors - und auch auch die Versorgung der betroffenen Bev6lkerung bereiten mir Sorge." Foto: parlament.ch
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Jörg
13. June 2023
Die Schweiz muss wieder zu ihrer Rolle zurückkehren als Friedensstifter unter den Voelkern. Auch wenn das wirtschaftliche Nachteile bringen sollte. Schrecklich die Vorstellung, dass wir zu Anpassern geworden sind. Lasst uns wieder mutig werden, auch wenn das seinen Preis kostet.
René Dettwiler
15. June 2023
Die Schweiz muss mutiger werden.
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