Flucht aus Folter und Zwangsprostitution

Entführt, zwangsverheiratet und schwer gedemütigt. Die Christin Salma Ashiq erlebte drei Jahre lang die schlimmsten Qualen. Vor wenigen Monaten gelang ihr die Flucht. Die CSI-Partner vor Ort setzen sich für Salmas Schutz ein und unternehmen alles, damit die TäterInnen zur Rechenschaft gezogen werden.

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Salma Ashiq ist heute 24 Jahre alt. Sie stammt aus der 20-Mil-lionen-Stadt Karatschi im Süden Pakistans. Im Sommer 2017 erlitt Salma das gleiche Schicksal wie so viele andere junge Mädchen religiöser Minderheiten in Pakistan. Der Muslim Muhammad Shahzad entführte sie und zwang sie, ihn zu heiraten.

Für Salma begann eine dreijährige Hölle im eigenen Haus, wo sie zur Prostitution gezwungen wurde. Wehrte oder verweigerte sie den Dienst, wurde sie brutal geschlagen. Die junge Frau wurde schwanger. Wer der Vater ihres Sohnes ist, weiss sie nicht.

Endlich an einem sicheren Ort

Im Dezember 2020 schaffte es Salma, zu entkommen und zu ihrer Familie zurückzukehren. Shahzad wusste jedoch, wo seine «Ehefrau» lebt. Daher war Salma auch weiterhin nicht in Sicherheit. «Ich lebte in ständiger Angst, dass Shahzad mich finden würde», erzählt sie. Dank der Unterstützung von CSI konnten Salma und ihre Eltern an einen sicheren Ort gebracht werden.

Juristischer Kampf für Gerechtigkeit

CSI-Projektpartner Anjum Paul versucht durch einen Anwalt, die Hochzeit zu annullieren. Zudem will er Shahzad und seine zwei Mittäter, eine davon eine Frau, wegen Entführung, Zwangsheirat und Prostitution vor Gericht ziehen.

Es ist ein langer und steiniger Weg. Denn das pakistanische Rechtssystem ist korrupt. Und wenn es um das Recht religiöser Minderheiten geht, werden die entsprechenden Fälle zusätzlich in die Länge gezogen. Der Fall von Salma wurde von der Polizei erst registriert, als sich der Anwalt einschaltete.

Die drei Hauptangeklagten befinden sich gegenwärtig in Haft. Doch ob sie je für schuldig befunden werden und wie lange sie in Gewahrsam bleiben, ist ungewiss. Ungeachtet dessen ist es für Salma überaus wertvoll und ermutigend zu wissen, dass ihr Hilfeschrei gehört wurde und sie nicht mehr allein um ihren Schutz kämpfen muss.

Projektleiterin Pakistan

 


Mehr Unabhängigkeit für Rabia Anwar

Rabia Anwar wurde ebenfalls einst verschleppt und zwangsverheiratet. Seit ihrer Flucht im Sommer 2020 lebt sie in einem Schutzhaus. Wegen des Risikos einer erneuten Entführung ist es für Rabia zu gefährlich, zuhause zu wohnen. CSI finanziert ihr das Studium am College, welches sie in ihren vier Jahren Gefangenschaft verpasst hat. Rabia ist dafür unendlich dankbar. Uns ist es ein grosses Anliegen, den Menschen zu helfen, unabhängiger zu werden. Da Rabia schon früh von ihrer Mutter das Nähen gelernt hat, unterstützt sie CSI mit einer Nähmaschine. Dadurch kann Rabia bald selbst zu ihrem Lebensunterhalt beitragen.

 

 

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