Karabach-Blockade: Die Schweiz muss intervenieren – CSI schreibt an Bundespräsident Alain Berset

Seit über einem Monat blockiert Aserbaidschan den Latschin-Korridor. 120.000 Karabach-Armenier sind abgeschnitten von der Versorgung von aussen. CSI fordert die Schweiz auf, die Blockade zu verurteilen und im UNO-Sicherheitsrat auf eine humanitäre Luftbrücke zwischen Eriwan und Stepanakert zu drängen. Nun wendet sich die Menschenrechtsorganisation an Bundespräsident Alain Berset.

Fresko auf einer Kirche.

Die Wurzeln des Christentums in Berg-Karabach reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück. Jetzt sieht sich die christliche Bevölkerung massiv bedroht. Aserbaidschan blockiert die einzige Zufahrtsstrasse zwischen Armenien und Berg-Karabach. Foto: Pexels/Vladimir Konoplev

 

«Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, sondern müssen jetzt handeln. Wird die Blockade Aserbaidschans nicht aufgehoben, erwartet uns schon anfangs Februar eine humanitäre Katastrophe.» Im Brief an Bundespräsident Alain Berset bittet Christian Solidarity International (CSI) die Schweiz dringend, die am 12. Dezember 2022 errichtete Blockade gegen die 120.000 Armenier in Berg-Karabach zu verurteilen. Gleichzeitig soll die Schweiz ihre Position im UNO-Sicherheitsrat nutzen und auf die Errichtung einer humanitären Luftbrücke von Eriwan nach Berg-Karabach drängen, solange die Blockade besteht. Die Forderung nach einer humanitären Luftbrücke wird von der Aussenpolitischen Kommission des Ständerats unterstützt.

Bundesrat muss seine Versprechen umsetzen

Im Brief an den Bundespräsidenten dankt CSI der Schweizer Regierung, dass sie die vom IKRK durchgeführten medizinischen Notevakuierungen unterstützt. Doch das genüge nicht und die Zeit dränge. CSI erinnert den Bundespräsidenten an das am 31. August 2022 vom Bundesrat abgegebene Versprechen, dass die Schweiz während ihrer Zeit als Mitglied des UNO-Sicherheitsrates dem Schutz der Zivilbevölkerung Priorität einräume. Es gelte nun, diese Absichtserklärung im Fall von Berg-Karabach umzusetzen, und zwar «mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln».

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