Stolzer Partner von CSI

Verbunden mit CSI: Der pakistanische Projektpartner Anjum James Paul stellt sich vor und erklärt, wie es zur Zusammenarbeit mit CSI kam.

07_Anjum mit Eltern von Sadaf Khan

Ich bin verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Ich komme aus Khushpur, einem Dorf im Bezirk Faisalabad. Khushpur wird das Land der Märtyrer und das «Rom Pakistans» genannt. Von hier kommen zwei Bischöfe, viele Priester, Ordensschwestern und Katecheten. Mein verstorbener Grossvater gehörte einem Komitee an, das die Bibel auf Urdu, die pakistanische Landessprache, übersetzte. Sie wurde 1958 veröffentlicht. Meine Schwester ist Nonne und mein Bruder seit 1994 katholischer Priester.

Ich unterrichte seit 1995 Politikwissenschaft an einem  öffentlichen Gymnasium in Samundri. Seit 2011 leite ich den Fachbereich Politikwissenschaft/Bürgerkunde. Ferner bin ich Vorsitzender der 2004 gegründeten «Pakistan Minorities Teachers’ Association», die sich für eine unvoreingenommene Bildung einsetzt. Ich engagiere mich auch beispielsweise in der Katholischen Bibelkommission in Pakistan. Zudem habe ich 31 Forschungsanalysen zu pakistanischen Schulbüchern durchgeführt. Schliesslich entwerfe ich Lehrpläne und bin Autor von Schulbüchern.

In meiner Kindheit und Jugend wurde ich als Christ häufig diskriminiert und schikaniert. Aber ich war fest entschlossen, diese Bedrängnis durch Bildung zu überwinden und mich für gleiche Rechte und Chancen für alle einzusetzen. Seit längerem setze ich mich als Friedensaktivist, Menschenrechtler und Vertreter von Minderheiten für eine pluralistische Gesellschaft ein. Christen, die religiöser Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind, liegen mir besonders am Herzen.

Unsere Verfassung hat die Glaubensvielfalt unterdrückt, so dass von den religiösen Minderheiten, die 1947 noch 23 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten, nur noch vier Prozent übriggeblieben sind. In Pakistan ist der Islam Staatsreligion. Die Verfassung hat den Muslimen einen besonderen Status verliehen. Sie geniessen mehr Religionsfreiheit und Rechte als Anhänger religiöser Minderheiten im Land.

Insbesondere die Christen sind Ziel religiöser Verfolgung geworden. Sie werden gezwungen, ihrem Glauben den Rücken zu kehren. Kirchen und die Bibel werden geschändet und in Brand gesetzt. Nicht selten werden christliche Häuser niedergebrannt. Muslime entführen, bekehren und heiraten minderjährige Mädchen und verheiratete Frauen mit Gewalt. Leider entscheiden die Gerichte oft zu Gunsten der Täter.

Dankbare Zusammenarbeit

Ich bin stolz, Partner von Christian Solidarity International (CSI) zu sein. Diese Organisation gewährt vielen christlichen Mädchen und Frauen rechtliche und finanzielle Unterstützung, um sie aus der Gefangenschaft zu befreien. CSI stärkt die Familien der Opfer und ermöglicht den Betroffenen ein freies Leben. CSI befreit auch christliche ArbeiterInnen in Ziegelbrennereien aus der Schuldknechtschaft. Als Menschenrechtsaktivist bin ich CSI besonders dankbar, dass die Organisation die Kampagne «Child Rights & Gender Justice» finanziell unterstützt. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt derzeit im ständigen Ausschuss für Recht und Justiz der Nationalversammlung.

Anjum James Paul, CSI-Partner in Pakistan

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Anjum Paul mit den Eltern von Sadaf Khan. csi
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