Zwei christliche Familien leiden unter Glaubenskonflikten

Tobibul Islams Familie wurde von Muslimen brutal angegriffen, weil sie sich dem Christentum zugewendet haben. Nun wurde Tobibul der Blasphemie angeklagt. Lovelu Sadeks Sohn hat man von der Schule verwiesen, da sein Vater das Evangelium auf den Strassen verkündet. CSI unterstützt die gefährdeten Familien rechtlich und finanziell.

Beim Angriff erlitt Mahmuda, Tobibuls Frau, Knochenbrüche und Prellungen. CSI kommt für die Krankenhauskosten der Familie auf. csi

Tobibul Islam und seine Familie aus dem Distrikt Nilphamari haben sich im Jahr 2012 dem Christentum zugewandt. Lovelu Sadek und seine Familie aus dem Distrikt Rangpur haben vor zehn Jahren den christlichen Glauben angenommen. Beide Familien wurden 2023 Opfer der Diskriminierung von Christen in Bangladesch.

Aus Lebensgefahr gerettet

Am 9. November 2023 spielte Tobibuls vierjährige Tochter Tahira im Hof der Nachbarskinder. Plötzlich tauchte die Mutter des Nachbarmädchens auf, schlug auf Tahira ein und verbot ihr, den Hof noch einmal zu betreten. Sie sei eine Ungläubige, und sie wolle ihr Gesicht nicht mehr sehen.

Tahira weinte laut, woraufhin Mahmuda, Tobibuls Frau, nach ihrer Tochter schauen wollte. Sie bat die Nachbarin, mit Schimpfen aufzuhören. Doch dann versammelte sich die gesamte muslimische Nachbarschaft und ging auf Mahmuda los. Sie rissen sie an den Kleidern und schlugen mit einer Stange auf ihr rechtes Knie ein. Dabei zog sie sich schwere Verletzungen zu. Die aufgebrachten Muslime drohten der Familie mit dem Tod, falls sie das Dorf nicht innerhalb der nächsten 72 Stunden verlassen würde. Freiwillige, die mit dem CSI-Partner verbunden sind, brachten Mahmuda ins Krankenhaus.

Tobibul erfuhr von dem Vorfall, als er auf dem Reisfeld arbeitete, und eilte sofort nach Hause, um zu helfen. Doch auch er wurde tätlich angegriffen und musste hospitalisiert werden. CSI übernimmt die Kosten für die Behandlung und gewährt finanzielle Unterstützung, da die Familie nicht mehr arbeiten kann.

Rechtliches Nachspiel

Als Tobibul Anzeige bei der Polizei erstattete, wurde er abgewiesen mit den Worten, die Dorfgemeinschaft solle die Angelegenheit selbst klären. Nach erneutem Druck seitens des CSI-Partners nahm die Polizei den Vorfall schliesslich zur Kenntnis. Doch sie setzt sich nicht wirklich für die Not der angegriffenen und bedrohten christlichen Familie ein. Im Gegenteil: Als einige Tage nach dem Übergriff Tobibul der Blasphemie angeklagt wird, zögert die Polizei nicht lange und steckt ihn am 17. November 2023 ins Gefängnis. CSI versucht nun, ihn gegen Kaution aus der Haft zu befreien.

Von der Schule verwiesen

Lovelu fand vor zehn Jahren zum Glauben an Christus. Seither lebt er seinen christlichen Glauben aktiv und erzählt anderen Menschen von der Liebe, die er erfahren hat. Anfang 2023 forderte die Schulleitung Lovelus Sohn Emon, der damals die vierte Klasse der örtlichen Schule besuchte, dazu auf, seinen Vater davon zu überzeugen, mit dem Predigen aufzuhören.

Lovelu liess sich davon allerdings nicht aufhalten. Im Juni 2023 wurde Emon deshalb von seiner bisherigen Schule verwiesen. Dank des Einsatzes eines Freiwilligen aus dem vom CSI-Partner aufgebauten Pastorennetzwerk konnte eine neue Schule für Emon gefunden werden, die allerdings sechs Kilometer vom Wohnort der Familie entfernt liegt.

Fahrrad und Teestand als Hilfestellung

Damit Lovelus Sohn die Strecke zu seiner neuen Schule bewältigen kann, schenkte CSI ihm ein Fahrrad. Obwohl in der neuen Schule das erste Semester schon vorüber war, wurde verlangt, dass die Familie für das gesamte Schuljahr bezahlt. Für Lovelu stellte diese Forderung eine finanzielle Hürde dar, die er dank der Unterstützung von  CSI überwinden konnte.

Zusätzlich vermittelt CSI Lovelu finanzielle Starthilfe, damit er einen eigenen Teestand eröffnen und führen kann, um den Lebensunterhalt für seine Familie zu erwirtschaften.

Selina Messmer

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