Christliches Ehepaar mit Kind wird aus dem Gefängnis entlassen

Eine schwangere Christin, ihr Mann und ihre einjährige Tochter gehören zu den mehr als 600 Christen, die im Jahr 2023 auf Kaution aus indischen Gefängnissen freigekommen sind. Sie waren fälschlicherweise unter dem Vorwurf inhaftiert worden, Hindus zum Christentum gezwungen zu haben.

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Nach über einem Monat Gefängnis kommt das christliche Ehepaar mit seiner einjährigen Tochter auf Kaution Kaution frei. csi

 

Am 10. September 2023 wurde das christliche Paar während eines Gebetstreffens in einer Kirche aus dem nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh verhaftet. Die christliche Versammlung wurde als Bekehrungsveranstaltung für Hindus missverstanden. Dies führte, basierend auf umstrittenen Anti-Bekehrungsgesetzen des Bundesstaates, zur unrechtmässigen Anklage.

Zum Zeitpunkt der Festnahme war die Frau im dritten Monat schwanger. Für die einjährige Tochter standen dem Ehepaar keine Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie waren gezwungen, ihr Kind mit ins Gefängnis zu nehmen.

Nach über einem Monat wieder frei

Am 16. Oktober wurde die Familie nach hartnäckigen juristischen Bemühungen seitens des lokalen CSI-Partners gegen Kaution freigelassen. Dafür ist das Ehepaar sehr dankbar.

Die indischen Gefängnisse sind für ihre katastrophalen Lebensbedingungen berüchtigt. Solch eine Situation ist für jeden Einzelnen schrecklich und wiegt für eine schwangere Frau in Begleitung eines Kleinkindes besonders schwer.

Zunehmender politischer Druck

Im Jahr 2023 sind bis Ende Oktober 691 Christen verhaftet worden. In erster Linie beschuldigte man sie, Hindus mittels Gewalt oder Verführung bekehrt zu haben. Die meisten Anklagen beriefen sich auf die problematischen Anti-Konversionsgesetze, die in fast einem Dutzend indischer Bundesstaaten gelten. Von den inhaftierten Christen wurden 613 dank juristischer Unterstützung wieder freigelassen, darunter auch das oben erwähnte Ehepaar mit seinem Kind.

Eine der CSI-Partnerorganisationen vor Ort berichtete, dass es jedes Jahr schwieriger werde, eine Kaution zu bekommen. Unter politischem Druck geraten christliche Veranstaltungen in Indien zunehmend ins Visier der Behörden.

Hoffnungsschimmer trotz fortwährender Bedrohung

Die Christen, die etwa 2,3 Prozent der 1,4 Milliarden Einwohner Indiens ausmachen, sind seit der Machtübernahme der BJP-Partei im Jahr 2014 mit einem Anstieg der Gewalt konfrontiert. Vor allem im Juni 2023 war die Zahl der Übergriffe mit durchschnittlich drei pro Tag alarmierend hoch. besser: Inmitten dieser anhaltenden religiösen Spannungen in Indien ist die Freilassung von über 600 willkürlich inhaftierten Christen im Jahr 2023 ein Hoffnungsschimmer.

Selina Messmer

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