Aus Glaubensgründen vertrieben: Familie eröffnet einen Laden zur Selbstversorgung

Zehn Jahre lang hat der 38-jährige Nanda Kumar Gharti für eine maoistische Gruppe im Bürgerkrieg in Nepal (1996 bis 2006) gekämpft. Nach seiner Bekehrung zum Christentum wurden er und seine Familie aus dem Dorf vertrieben. Mithilfe von CSI bauen sie nun ihren eigenen Lebensmittelladen auf, um für sich selbst und die Gemeinde vor Ort zu sorgen.

11_Nanda und Kamala

Nanda und seine Frau Kamala sind dankbar für den eigenen Lebensmittelladen. csi

 

Als Nanda Kumar Gharti nach seinem zehnjährigen Einsatz für die Maoisten aus dem Bürgerkrieg nach Hause zurückkehrt, wird er mit den katastrophalen Umständen seiner Familie in Ost-Rukum konfrontiert: Seine Eltern sind tot, seine beiden Schwestern leben unter miserablen Bedingungen bei Verwandten.

Nanda selbst landet verzweifelt und hoffnungslos in einer Depression. Doch als er eines Tages hört, wie ein Fremder ein christliches Lied singt, schöpft er neue Zuversicht – und für ihn und seine Familie ändert sich alles.

Von eigener Familie vertrieben

«Sofort habe ich den Worten des Liedes geglaubt. Eine Woche darauf besuchte ich die Kirche in der Hauptstadt des Bezirks Rukum», erzählt Nanda, der sich 2013 dem christlichen Glauben zuwandte. «Ich teilte den Gospelsong mit meinen Schwestern, und kurz darauf wandten auch sie sich Jesus Christus zu.»

Später heiratet Nanda eine Frau, Kamala, die nach nepalesisch-hinduistischer Kultur einer hohen Kaste angehört und sich ebenfalls zum Christentum bekennt. Dies führt die Familie in grosse Schwierigkeiten: Wegen ihres Glaubens werden sie von Kamalas Familie verachtet und von Ost- nach West-Rukum vertrieben.

Lebensmittelladen als Selbstversorgungs-Projekt

Aufgrund einer finanziellen Krise und weil die Familie keine Hilfe von weiteren Verwandten erhält, besitzen Nanda und Kamala zu wenig Geld, um an ihrem neuen Wohnort für sich, ihre zwei Kinder und Nandas Schwestern zu sorgen. Sie wollen deshalb einen Lebensmittelladen im Dorf eröffnen.

«Um einen Lebensmittelladen aufzubauen, benötigt es viele Ressourcen, die wir nicht haben», wendet Nanda ein. «Deshalb sind wir sehr dankbar für die Hilfe, die wir dafür erhalten.» Mit finanzieller Unterstützung und der Hilfe von CSI-Partnern vor Ort konnte Nandas Familie einen Laden eröffnen, um finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Gleichzeitig bleibt ihm Zeit, sich um die christliche Gemeinde in ihrem Distrikt zu kümmern.

Selina Messmer

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