Lichtblick für schwer geprüfte Familie aus Damaskus

Die armenischen Christen Therese und Garo leben mit ihren vier Kindern in Damaskus. Inmitten des Kriegs fiel die Familie Extremisten und Betrügern zum Opfer. Dank dem Engagement ihres Pfarrers besuchen die Kinder kostenlos eine armenisch-katholische Privatschule, die von CSI unterstützt wird.

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Nach unglaublich schweren Jahren hat die Familie von Therese und Garo ihr Lachen wieder gefunden. csi

 

Therese und Garo sind Eltern von vier Kindern im Alter von 8 bis 16 Jahren. Die Familie lebt in Syriens Hauptstadt Damaskus und hat in den letzten Jahren viel durchgemacht.

Garo besass eine Werkstatt, in der er Metall, Holz und auch Kunststoff verarbeitete. Das Geschäft lief  gut. Kurz nach Ausbruch des Kriegs erhielt Garo im Januar 2012 einen anonymen Anruf: Seine Werkstatt sei von Extremisten bombardiert und zerstört worden. Zuvor hätten sie sämtliche Geräte gestohlen. «Ich war am Boden zerstört und konnte vor Angst wochenlang das Haus nicht mehr verlassen.»

Doch Garo dachte nicht ans Aufgeben. Im Mai 2012 rief ihn ein Angestellter an und bat ihn um Geld für seine kranke Mutter. «Trotz unserer prekären Lage beschlossen wir, ihm zu helfen», erzählt er. Doch der Angestellte hatte ihn in eine Falle gelockt. Garo wurde von Extremisten gefangen genommen und kam am selben Tag nur darum frei, weil die Kidnapper eine andere Geisel als «wichtiger» erachteten.

Garo brauchte mehrere Monate, bis er sich vom Schock erholte. 2014 findet er als Schweisser einen Job in einer Villa. Aber er wird erneut Opfer von betrügerischen Machenschaften: Er musste für die Arbeit sein eigenes Schweissgerät mitnehmen. Nach dem ersten Arbeitstag verweigerte der Villenbesitzer Garo die Rückgabe des Geräts. Und anstatt ihm den vereinbarten Lohn zu bezahlen, bedrohte er ihn.

Die Unglücksserie in seiner Familie schien kein Ende zu nehmen. Nur einige Monate zuvor hatte sich ihr Sohn bei einer Explosion schwere Handverletzungen zugezogen.

Ein himmlisches Angebot

Ein Silberstreifen am Horizont zeigte sich, als die gedemütigte Familie einen Anruf vom Schulleiter ihrer Kirche erhielt. Pater Georges bot den vier Kindern kostenlosen Unterricht in der Schule der armenisch-katholischen Kirche an, und zwar bis zur Matura. Die Kirche würde auch die Anschaffung von Schulmaterial und die Schulgebühren übernehmen.  Dankbar nahm das Ehepaar das Angebot an: «Nichts ist uns wichtiger, als dass unsere Kinder einmal ein besseres Leben haben als wir.» Die 15-jährige Tochter Rupina träumt davon, Bauingenieurin zu werden. Auch ihre Geschwister und andere SchülerInnen aus verarmten Familien können dank dieses Projektes von CSI ihre beruflichen Träume verfolgen.

Die Familie von Therese und Garo hat unsägliches Leid erlebt. Doch nach dem Besuch von CSI in Damaskus hallen ihre Worte noch lange nach: «Danke lieber Gott, vielen Dank!»

Zeina Shaheen, Reto Baliarda

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